Ärzte ohne Grenzen

Rückblick 2001: Gutes Spendenergebnis - mehr Projektmitarbeiter erwünscht

    Berlin (ots) -

    Größte Sorge ist aktuell Angola
    
    Die deutsche Sektion von ÄRZTE OHNE GRENZEN hat im vergangenen
Jahr nach eigenen Angaben mit Einnahmen von 33,9 Millionen Mark ein
gutes Ergebnis erzielt. Dies teilte die Organisation anlässlich der
Veröffentlichung des Jahresberichts 2001 mit. 114 in Deutschland
lebende Mitarbeiter haben letztes Jahr in Projekten des
internationalen Netzwerks gearbeitet. Die Anzahl der
Projektmitarbeiter soll künftig gesteigert werden. Größte Sorge sei
derzeit die dramatische Ernährungslage in Angola, die in den Medien
kaum Beachtung findet.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN zufolge hat das internationale Netzwerk im
vergangenen Jahr immer wieder Engpässe bei der Personalgewinnung für
Auslandseinsätze festgestellt. "Wir würden diese Engpässe auf
internationaler Ebene gern ausgleichen, indem wir in Deutschland mehr
qualifiziertes Personal für die Auslandsprojekte gewinnen", sagte die
Vorstandsvorsitzende und Ärztin Gundula Epp-Graack. Besonderen Bedarf
hat die Organisation derzeit an Ärzten, Hebammen und
medizinisch-technischen Assistenten.
    
    Die meisten Mitarbeiter sind für ÄRZTE OHNE GRENZEN derzeit in
Angola tätig. 160 internationale und 2.000 angolanische Mitarbeiter
arbeiten dort, um die Folgen der katastrophalen Ernährungssituation
zu bekämpfen. Seit dem Waffenstillstand Anfang April hat die
Organisation Zugang zu Gebieten, die drei Jahre lang von jeder
humanitären Hilfe abgeschnitten waren. Etwa eine halbe Million
Menschen sind infolge des jahrelangen Bürgerkrieges von Hunger und
Tod bedroht.
    
    "Es ist beschämend, wie schleppend die internationale Hilfe
anläuft", sagte die Geschäftsführerin der deutschen Sektion Ulrike
von Pilar. "Seit Wochen berichten unsere Teams von dramatischen
Sterberaten und weit verbreiteter Unterernährung, doch weder die
Medien noch die internationale Gemeinschaft reagieren entsprechend",
so von Pilar. Erst letzte Woche hatte ÄRZTE OHNE GRENZEN die
angolanische Regierung und die Vereinten Nationen für die völlig
unzureichenden Hilfsaktionen scharf kritisiert.
    
    Die Gesamteinnahmen von ÄRZTE OHNE GRENZEN im Jahr 2001 in Höhe
von 33,9 Mio DM blieben mit 13,3 Mio DM hinter dem Ergebnis des
Vorjahres (2000: 47,2 Mio DM) zurück. Grund hierfür ist, dass die
deutsche Sektion im Jahr 2000 allein für die Flutkatastrophe in
Mosambik 13,9 Mio DM erhalten hat. Von den 33,9 Mio DM
Gesamteinnahmen entfielen 30,6 Mio DM auf private Einzelspenden. Die
deutsche Sektion finanzierte im Jahr 2001 Projekte in 32 Ländern, mit
Schwerpunkt Afrika.
    
    
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