Ärzte ohne Grenzen

LIBERIA: Tausende Menschen durch Kämpfe im Norden des Landes vertrieben

    Berlin (ots) -

    ÄRZTE OHNE GRENZEN entsendet Hilfsgüter für Nothilfeeinsatz
    
    Tausende Liberianer sind in den vergangenen zwei Wochen aus der
nördlichen Region Lofa vor anhaltenden Kämpfen geflohen. Die Menschen
suchen entweder in der Region Gbarnga, im Zentrum des Landes, oder im
Südwesten der Lofa-Region, in Jenne Manna, Zuflucht. Die
Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN hat Hilfsgüter in die Region
geflogen, um die Vertriebenen medizinisch zu versorgen.
    
    Augenzeugenberichten zufolge gab es in den vergangenen Monaten in
der nördlichen Region Lofa immer wieder Kämpfe zwischen bewaffneten
Gruppen und Regierungstruppen. Die Region, in der ursprünglich etwa
50.000 Menschen lebten, ist derzeit für Hilfsorganisationen völlig
unzugänglich. Ein Team von ÄRZTE OHNE GRENZEN, das zum letzten Mal
Mitte Januar Zugang zu Lofa hatte, beschrieb die Situation bereits
damals als kritisch. Viele Menschen seien in die Wälder geflohen, um
sich vor den Kämpfen in Sicherheit zu bringen. Die Hospitäler in
Foya, Kolahun und Voinjama waren zerstört oder teilweise
niedergebrannt worden.
    
    Die meisten der 10.000 Vertriebenen, die in Gbarnga angekommen
sind, sind körperlich sehr geschwächt, einige leiden an Durchfall.
Nachdem sie ihre Dörfer vor drei Wochen verlassen haben, mussten sie
mehrere Tage durch den Wald nach Gbarnga laufen.
    
    Hunderte von Menschen werden noch immer an der Saint-Paul-Brücke
nahe Gbarnga festgehalten. Obwohl bereits letzte Woche die
Genehmigung erteilt wurde, dass die Vertriebenen die Brücke
überqueren dürfen, können bislang nur Frauen, Kinder und Ältere unter
Aufsicht liberianischer Soldaten die Brücke passieren.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN verstärkt die Aktivitäten in dieser Region
Liberias, um die Vertriebenen zu versorgen. Die Organisation
befürchtet zudem weitere Bevölkerungsbewegungen. Ein
Transportflugzeug mit 30 Tonnen medizinischen und logistischen
Materials wurde bereits nach Liberia entsandt. Die medizinischen
Teams vor Ort versorgen die Vertriebenen um Gbarnga und Jenne Manna.
    
    
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