Ärzte ohne Grenzen

Ungewöhnlich große Malaria-Epidemie in Burundi
ÄRZTE OHNE GRENZEN bittet WHO um Unterstützung für effektive Behandlung

    Berlin (ots) - In Burundi ist eine Malaria-Epidemie ausgebrochen,
die ungewöhnlich viele Menschen betrifft. Die Krankheit tritt in
sechs von insgesamt 16 Provinzen auf. Im November wurden landesweit
mehr als 720.000 Fälle registriert. Die Sterblichkeitsrate ist
außerwöhnlich hoch. Einer Untersuchung von ÄRZTE OHNE GRENZEN
zufolge, die in einem Teil der am stärksten betroffenen Provinz
Kayanza durchgeführt wurde, ergab bei Kindern unter fünf Jahren eine
Sterblichkeitsrate von 3.8 pro 10.000 Menschen pro Tag. Bereits zwei
Todesfälle pro 10.000 Menschen pro Tag bedeuten eine akute
Notsituation. ÄRZTE OHNE GRENZEN bittet die WHO um die Einführung
einer neuen Kombinationstherapie.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN unterstützt die burundischen
Gesundheitsbehörden in drei der am stärksten betroffenen Provinzen:
Kayanza, Ngozi und Karuzi. Die Mitarbeiter behandeln Patienten und
stellen Medikamente für die insgesamt 16 Gesundheitszentren in diesen
Provinzen zur Verfügung. "Ungewöhnlich viele Menschen kommen täglich
mit Anzeichen von Malaria zu uns", berichtet Koordinatorin Colette
Gadenne. "Allein im Gesundheitszentrum in Muhanga sehen wir täglich
600 Patienten."
    
    Seit Beginn der Epidemie kommen in erster Linie Erwachsene in die
Gesundheitszentren. "Viele Kinder sind möglicherweise gestorben, weil
sie nicht rechtzeitig behandelt werden konnten", erklärt Colette
Gadenne. Acht mobile Teams werden daher in den Provinzen eingesetzt,
um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Jedes Team behandelt
täglich mindestens 200 Patienten. In den Provinzen Kayanza und Karuzi
wurden zudem Mücken-Bekämpfungsprogramme gestartet.
    
    Diese Epidemie ist sehr beunruhigend, denn bereits 1999 sind bei
einer Bevölkerungszahl von sechs Millionen Einwohnern rund zwei
Millionen Malariaerkrankungen aufgetreten. Zehn Jahre zuvor hingegen
erkrankten nur 200.000 Menschen. Die derzeitige Epidemie ist im
Hochland ausgebrochen, das in den Jahren zuvor kaum betroffen war.
Die Bevölkerung ist daher weniger immun, was sowohl die große Anzahl
der Patienten als auch die hohe Sterblichkeitsrate erklärt. Gründe
für diese Epidemie liegen wahrscheinlich darin, dass die Menschen aus
dem Hochland zunehmend in Sumpfgebieten anbauen, in denen die Mücken
sehr verbreitet sind. Darüber hinaus wurden
Moskito-Bekämpfungsprogramme gestoppt, und die Resistenz gegen die
üblichen Medikamente hat zugenommen.
    
    Die Behandlungsprotokolle schlagen Chloroquin und Fansidar(R) für
einfache Malaria-Fälle und Chinin für schwere Fälle vor. Für diese
Epidemie bittet ÄRZTE OHNE GRENZEN allerdings die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Unterstützung im Gebrauch einer
neuen Kombinationstherapie auf der Basis von Artemesin, die eine
wirksamere und schnellere Behandlung ermöglichen würde.
    
ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN
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