Ärzte ohne Grenzen

D.R. Kongo, 31. Oktober 2008 - Teams von ÄRZTE OHNE GRENZEN versorgen Flüchtende in Nord-Kivu

    Berlin/Goma (ots) - Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN leisten in Goma sowie anderen Orten und Lagern in der umkämpften Region Nord-Kivu weiterhin Hilfe. Zudem wird die Organisation weitere Mitarbeiter aus Europa und der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa entsenden. Die Teams sind extrem besorgt um Zehntausende von Menschen, die durch die aktuellen Kämpfe vertrieben wurden. Viele der Vertriebenen sind bereits zum wiederholten Male auf der Flucht. Es fehlt an Nahrung, Unterkünften, Wasser und medizinischer Hilfe. Das Krankheitsrisiko ist hoch, viele Gesundheitsstrukturen wurden geplündert. Die internationale Gemeinschaft ist bislang daran gescheitert, den Menschen zu helfen und sie zu schützen. Bereits Anfang des Monats hatte ÄRZTE OHNE GRENZEN auf die sich verschärfende und dramatische Situation in der Region hingewiesen.

    In Kitchanga, Masisi, Mweso und Rutshuru ist ÄRZTE OHNE GRENZEN derzeit die einzige internationale Hilfsorganisation, die vor Ort medizinische und humanitäre Hilfe leistet. Teils finden die Teams verlassene Dörfer vor, in denen sie in der Woche zuvor noch Hilfe geleistet hatten. In Goma hat sich ein reduziertes Team am Donnerstag ein Bild von der Lage im dortigen Krankenhaus gemacht. Die Mitarbeiter brachten medizinisches Material. Außerdem hilft ein sechsköpfiges medizinisches Team bei der Versorgung Verwundeter. Ein weiteres Team ist im nördlichen Teil Gomas auf eine große Zahl Vertriebener aus der Gegend südlich von Kibati gestoßen.

    ÄRZTE OHNE GRENZEN arbeitet auch in Mugunga, einem großen Vertriebenenlager außerhalb Gomas, an der Straße nach Saké. Seit Mittwochnacht  gab es im dortigen Cholera-Behandlungszentrum von ÄRZTE OHNE GRENZEN 31 bestätigte Fälle der schweren Durchfallerkrankung. Im Lager selbst gibt es kein sauberes Wasser. Das Risiko eines schweren Cholera-Ausbruchs nimmt zu.

    Im Krankenhaus von Rutshuru behandelt ein chirurgisches Team weiter Verwundete. Auch in Kitchanga und Mweso arbeiten Mitarbeiter weiterhin in den dortigen Krankenhäusern und helfen mit mobilen Teams in der Umgebung.

    Seit Wochen ist das Ausmaß der Gewalt in Nord-Kivu so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Hunderttausende Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Doch die Not leidende Bevölkerung erhält kaum Hilfe. Der internationalen Gemeinschaft ist es nicht gelungen, diesem Konflikt oberste Priorität einzuräumen. Obwohl eine der größten Friedensmissionen der Vereinten Nationen (MONUC) vor Ort ist, schafft diese es nicht, ihr Mandat zum Schutz der Zivilbevölkerung in Nord-Kivu zu erfüllen.

    Interviews mit Programmverantwortlichen und Mitarbeitern vor Ort sind nach Absprache möglich.

Pressekontakt:
Svenja Kühnel, Tel.: 030-22 33 77 00
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de

Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Ärzte ohne Grenzen

Das könnte Sie auch interessieren: