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06.03.2005 – 10:00

WWF World Wide Fund For Nature

Brennende Sicherheitsprobleme auf See - WWF fordert nach Havarie vor Norwegen strengere Schiffskontrollen in den Häfen

    Bremen (ots)

Vor der Südküste Norwegens brennt der Öltan- ker „Fjord Champion“. Obwohl das 30 Jahre alte Schiff nicht beladen ist, warnt der WWF, die Gefahr zu unterschätzen. An Bord befinden sich noch etwa 750 Tonnen Treibstoff. Hierbei handele es sich um Schweröl, einen besonders giftigen Öltyp. Auch die 2002 vor der Nordwestküste Spaniens gesunkene „Prestige“ war mit über 70.000 Tonnen dieses schwerflüchtigen Treibstoffes beladen. „Es kommt nicht allein auf die Menge an, sondern auch an welcher Stelle das Öl ausläuft“, betont Alfred Schumm, Leiter des Fachbereichs Meere und Küsten des WWF Deutschland. Der 1998 gesunkene Holzfrachter „Pallas“ hatte mit 100 Tonnen nur relativ wenig Treibstoff an Bord. Dennoch kostete die Havarie damals mindestens 16.000 Seevögel das Leben. Vor Norwegen ist nun eine ökologisch ebenfalls sensible Küsten- und Meeresregion betroffen.

    Der WWF fordert die Sicherheit auf See drastisch zu erhöhen. Das gelte insbesondere für die Ostsee und die Meerengen vor Norwegen, Schweden, Dänemark und Deutschland. Öltransporte und Schiffsbewe- gungen haben sich hier seit 1997 mehr als verdoppelt. Jahr für Jahr befahren über 8.000 Tanker dieses Gebiet. Tendenz: weiter steigend. „Die Sicherheit auf See hinkt dieser Entwicklung immer noch hinter- her, hätten wir im Flugverkehr diese Zustände, käme es täglich zu Abstürzen“, kritisiert Alfred Schumm. Insbesondere die so genannten Hafenstaatkontrollen seien eine „Achillesferse“ im Sicher- heitskonzept. Bisher müssten lediglich 25 Prozent der in einen Hafen einlaufenden Schiffe kontrolliert werden. Diese Quote müsse ver- doppelt werden. Hier könne Deutschland eine Vorreiterrolle ein- nehmen. Es sei sicherzustellen, dass alle Schiffe sowie die Qualität der Besatzung mindestens einmal im Jahr auf Herz und Nieren geprüft werden. Ganz besonders gelte dies für ältere Schiffe wie den jetzt vor Norwegen havarierten Tanker. „Es ist vollkommen inakzeptabel, dass der Kapitän den Brand erst nach Stunden meldete. Wären Lösch- boote umgehend zum Einsatz gekommen, wäre die Gefahr längst gebannt“, so Alfred Schumm.

    Der WWF lobt zugleich die jüngsten Entscheidungen der Internatio- nalen Meeres Organisation (IMO), die Ostsee als besonders empfind- liches Meeresgebiet (PSSA) einzustufen. Dies sei ein wichtiger Schritt, um das Risiko von Ölkatastrophen in der sensiblen Ostsee deutlich zu senken. Weitere konkrete Sicherheitsmaßnahmen müssten folgen. Der WWF macht sich dafür stark, dass die gesamte Hauptver- kehrsader durch die Ostsee, vom Skagerrak und Kattegat bis zum östlichen Finnischen Meerbusen „quasi zweispurig“ getrennt wie auf einer Autobahn befahrbar wird, um Kollisionen zu vermeiden. Weiterhin sollte es in schwer navigierbaren Meeresgebieten zur Pflicht werden, einen Lotsen an Bord zu nehmen. Sehr sensible Meeresgebiete sollten für Tanker und Gefahrguttransporte vollständig geschlossen bleiben.

Kontakt:
Alfred Schumm, WWF Fachbereich Meere und Küsten,
mobil: 0160 90 71 62 05
Jörn Ehlers, WWF Pressestelle,
mobil: 0171 544 01 44

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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