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12.11.2004 – 10:30

WWF World Wide Fund For Nature

Kein „Prestige“ für die Ostsee!

    Bremen (ots)

Presseinformation Bremen 12.11.2004

    WWF fordert: Ostsee-Anrainer müssen wirksame Maßnahmen für Ostsee- PSSA beschließen Zum zweiten Jahrestag der Prestige-Havarie mahnt der WWF einen verbesserten Schutz der Ostsee an. In diesem Herbst sei man drei Mal nur knapp an einer katastrophalen Ölpest vorbei geschrammt. „Es ist höchste Zeit, höhere Sicherheitsstandards für den rasant wachsenden Schiffsverkehr festzulegen“, betont Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros, “sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir die nächste Katastrophe à la Prestige erleben müssen – diesmal direkt vor unserer Haustür und mit noch dramatischeren Folgen als in Galicien.“

    Die Ostsee-Anrainerstaaten diskutieren derzeit, welche Sicherheitsmaßnahmen sie bei der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) beantragen werden – und die Zeit drängt: Wenn die betreffenden Staaten sich nicht bis Februar 2005 auf geeignete Maßnahmen einigen sollten, würde der bisher größte Umweltschutzsieg für die Ostsee, der Status als Besonders Empfindliches Seegebiet (PSSA) vom April dieses Jahres, verloren gehen.

    WWF-Experte Jochen Lamp: “Als wichtigste Maßnahme sollten die Staaten eine sichere Verkehrslenkung für dieses besonders sensible Meer beschließen. Dazu gehört das Navigationssystem VTMIS, eine Transitroute sowie Verkehrstrennungsgebiete. Insbesondere Russland sollte seine Zukunftsfähigkeit im internationalen Seeverkehr beweisen, indem es sich für diese Maßnahmen stark macht und seine bisherige Blockadehaltung aufgibt.“

    Verabschieden die Anrainer termingerecht und einstimmig ihr Maßnahmenpaket, wird die IMO im Juni 2005 darüber entscheiden. Wichtig ist nach Ansicht des WWF außerdem, dass in Zukunft weitere Schutzmaßnahmen von Einzelstaaten oder Staatengruppen bei der IMO beantragt werden, insbesondere in Gebieten von besonders hohem ökologischem Wert. Zu diesen Maßnahmen gehören Eskortierungen von und zu Häfen, der Ausschluss von Gefahrgutfrachtern aus bestimmten Gebieten sowie verpflichtende Lotsenbegleitung in engen Fahrrinnen, flachen Gewässern und schwer navigierbaren Passagen.

    In Galicien sind zwei Jahre nach dem Prestige-Desaster immer noch täglich 300 Menschen damit beschäftigt, tonnenweise angeschwemmte Ölreste und verklumpten Sand einzusammeln. Aus dem Wrack in 4.000 Metern Tiefe wurden offiziellen Angaben zufolge 13.000 Tonnen Schweröls geborgen. In den Trümmern des Schiffs schlummern jetzt noch etwa 1.500 Tonnen. Diese so genannten “abschließenden” Daten bestätigen den Anfangsverdacht des WWF, dass die havarierte Prestige bereits zu Beginn fast 65.000 Tonnen und damit sehr viel mehr Öl verloren hat als damals offiziell eingeräumt wurde. Die Langzeitfolgen auf Flora und Fauna, insbesondere der immer noch bestehenden Ölverschmutzungen auf dem Meeresgrund, sind unbekannt. Es gibt jedoch Besorgnis erregende Hinweise auf eine Anreicherung des Öls in der Nahrungskette. Für die Ostsee würde eine vergleichbare Ölmenge aufgrund des langsamen Wasseraustauschs bedeuten, dass weite Gebiete auf Jahrzehnte verseucht werden.

Weitere Informationen: Jochen Lamp, Leiter des Ostsee-Büros,  WWF Deutschland, Tel. 0160 - 90 61 38 17 Kirsten Andrä, Pressereferentin, WWF Deutschland, Tel. 0421 / 65 846 -18

ots-Originaltext: WWF World Wide Fund For Nature

Digitale Pressemappe:
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=6638

Kontakt:
Kirsten Andrä
WWF World Wide Fund For Nature
Telefon: 0421 / 6584-618
Email: andrae@wwf.de

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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