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08.06.2004 – 12:36

WWF World Wide Fund For Nature

Verdummen Chemikalien unsere Kinder?

    Bremen    Bremen (ots)

Presseinformation Bremen 08.06.2004

WWF-Studie: Chemikalien schädigen Gehirnentwicklung von Kindern

    Eine WWF-Studie fasst neue wissenschaftliche Untersuchungen zusammen, die zeigen, dass synthetische chemische Substanzen die Intelligenz von Kindern beeinträchtigen. Die Erkenntnisse offenbaren in er-schreckender Weise, dass Chemikalien, denen wir alle ausgesetzt sind, die Gehirnentwicklung und Moto-rik von Kindern schädigen können, und zwar schon in Konzentrationen, die bereits im menschlichen Blut nachgewiesen wurden.

    Beobachtete Auswirkungen von chemischen Substanzen auf die Gehirnentwicklung von Kindern weltweit sind beispielsweise eine geringere Gedächtnisleistung, verminderte visuelle Wahrnehmung, weniger ent-wickelte Bewegungsfähigkeit, sowie geringere Intelligenzquotienten. Zusätzlich steigt die Zahl von Stö-rungen wie das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) und Autismus an und Chemikalien geraten mehr und mehr in Verdacht, auch hierbei eine Rolle zu spielen. Ein Wissenschaftlergremium aus den USA hat geschätzt, dass 10 % aller neurologischen Verhaltensstörungen vollständig oder teilweise von Chemika-lien verursacht sind.

    Chemikalien mit neurotoxischen Effekten sind z.B. die mittlerweile in vielen Ländern verbotenen poly-chlorierten Biphenyle (PCB), und die noch vielfach eingesetzten bromierten Flammschutzmittel, die sich in Videos, Fernsehern, Computern, Polsterbezügen, Autositzen und Möbeln befinden. Aus der Studie geht auch hervor, dass 70 % der meistgenutzten Chemikalien bisher nicht oder nur unzureichend auf ihre Effek-te auf Gehirn und Nervensystem getestet wurden. Sie bergen daher ein unbekanntes Risiko für die kindli-che Entwicklung.

    „Selbst in Fällen, in denen es Alternativen gibt, versäumt es die herrschende Gesetzgebung bisher, gefähr-liche Chemikalien aus dem Verkehr zu ziehen. Wenn es um die geistige Entwicklungsfähigkeit der nach-folgenden Generationen geht, müssen wir die Warnsignale ernst nehmen und unbedingt vorsorglich han-deln“, sagt Dr. Ninja Reineke, Chemikalienexpertin des WWF. „Geradezu einäugig wird die Diskussion über die EU-Chemikalienpolitik geführt, in der nur mit den Kosten für die Chemieindustrie argumentiert wird. Ob das der Weg zu intelligenten Innovationen ist?“

Die Entwicklung des menschlichen Gehirns und des Nervensystems sind extrem empfindlich, da sie sich über einen langen Zeitraum erstrecken, beginnend im Embryonalstadium bis hin zur Pubertät. Untersu-chungen ergaben, dass die Gehirnentwicklung von Kindern auch in europäischen Industrieländern von Substanzen beeinträchtigt wurden, die sich in ihrer Mutter angereichert haben und während der Schwan-gerschaft auf den Fötus übertragen wurden. Weitere Informationen: Dr. Ninja Reineke, WWF- Chemikalienexpertin, Fachbereich Meere und Küsten, Tel. 0421 / 65 846-15 oder E-Mail: reineke@wwf.de Kirsten Andrä, WWF-Pressereferentin, Fachbereich Meere und Küsten, Tel.: 04 21/6 58 46-18 oder E-Mail: andrae@wwf.de

ots-Originaltext: WWF World Wide Fund For Nature

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Kontakt:
Kirsten Andrä
WWF World Wide Fund For Nature
Telefon: 0421 / 6584-618
Email: andrae@wwf.de

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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