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16.02.2004 – 12:29

WWF World Wide Fund For Nature

Überlebt die Königin der Schildkröten doch?
UN-Konferenz: Indonesien stellt Brutstätten der Lederschildkröte unter Schutz

Überlebt die Königin der Schildkröten doch? / UN-Konferenz: Indonesien stellt Brutstätten der Lederschildkröte unter Schutz
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    Frankfurt/Kuala Lumpur (ots)

    - Querverweis: Bild wird über obs versandt und ist unter
        http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs abrufbar -

    Die größte Meeresschildkröte der Welt ist vom Aussterben bedroht.
Doch jetzt gibt es Hoffnung für die Lederschildkröte, erklärte die
Umweltstiftung WWF. Indonesien richtet ein neues Meeresschutzgebiet
ein, das mit der Nordküste Papuas auch das wichtigste Brutgebiet des
Reptils im Pazifik umfasst. Das gaben Regierungsvertreter heute auf
der UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt (CBD) in Kuala Lumpur
bekannt, die noch bis Freitag andauert.
    
    Nach Angaben des WWF hat die pazifische Population der bis zu 900
Kilo schweren und 250 Zentimeter langen Lederschildkröte dramatisch
abgenommen. Wurden in den 80er Jahren noch 90.000 brütende Weibchen
pro Jahr gezählt, sind es heute nur noch 3.000. "Eine der
faszinierendsten Arten droht aus dem Pazifik zu verschwinden. Die
Ankündigung Indonesiens, ein wichtiges Brutgebiet zu schützen, ist
ein großer Fortschritt für die Rettung der Lederschildkröte", sagte
WWF-Artenschützer Roland Melisch.
    
    Der ungebremste Strand-Tourismus hat die Zahl der großen
Brutgebiete weltweit schrumpfen lassen. Zu den wichtigsten
Nistständen zählen neben Papua die Pazifikküste Mexikos, Karibikküste
Costa Ricas und die Küste Französisch-Guyanas. Bedroht ist die
Lederschildkröte aber auch, weil ihre Eier als potenzsteigernde
Delikatesse gelten, die Einheimische mit Kondensmilch oder Schnaps
trinken. Ein Weibchen gräbt 60-100 kugelrunde, weiße Eier in den Sand
ein und verschwindet dann wieder im Meer. Die weitere Brutpflege
überlässt es dem schützenden Sand und der wärmenden Sonne.
    
    "Doch nicht nur der Verlust der Brutstätten macht den Reptilien zu
schaffen. Es lauern weitere Gefahren", weiß Melisch. Häufig verenden
sie als wertloser Beifang in den Schleppnetzen der Fischer. Die
indonesische Regierung appellierte auf der UN-Konferenz an die
betroffenen Staaten, Meeresschildkröten durch den Einsatz
verbesserter Fischereimethoden vor dem unnötigen Tod zu bewahren. So
reduzieren nach Angaben des WWF neu entwickelte Schleppnetze den
Beifang von Meeresschildkröten erheblich.
    
    Ein weiteres Problem ist die Verschmutzung der Meere.
Lederschildkröten können den im Wasser treibenden Kunststoffmüll
nicht von ihrer Leibspeise, den Quallen, unterscheiden. Immer wieder
verenden sie an unverdaulichen Plastiktüten. Untersuchungen zeigen,
dass etwa die Hälfte aller Lederschildkröten Kunststoffabfälle im
Magen haben.
    
      "Bisher sind weniger als 0,5 Prozent der Weltmeere unter Schutz
gestellt. Die Bedrohung der Lederschildkröte symbolisiert den
Abgrund, an dem die Artenvielfalt der Meere heute steht. Die
Staatenvertreter im Kuala Lumpur müssen jetzt handeln, um ein
weltweites Netz von Meeresschutzgebieten zu errichten", forderte
Melisch.
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Weitere Informationen:
Ralph Kampwirth,
Pressestelle WWF,
Tel.: 069/79144-153;

Roland Melisch,
Fachbereich Artenschutz
WWF, Tel.: 069/79144-180

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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