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28.11.2002 – 13:17

WWF World Wide Fund For Nature

WWF fordert Fahrverbot für Uralt-Tanker "Byzantio" / Umweltkatastrophe in der Ostssee muss um jeden Preis verhindert werden

    Stralsund (ots)

Angesichts einer zweiten möglichen
Umweltkatastrophe in der Ostsee durch den Uralt-Tanker "Byzantio".
fordert der WWF schärfere Kontrollen und Sicherheitsstandards für
Schiffe mit gefährlicher Ladung. Der 26 Jahre alte Einhüllentanker
"Byzantio" hat 53.000 Tonnen Schweröl geladen, ist wie der havarierte
Tanker "Prestige" von der Firma Crown Ressource gechartert und soll
quer über die Ostsee und durch den Ärmelkanal nach Singapur fahren,
also auf einer ähnlichen Route wie die "Prestige". Auf Druck der
französischen Behörden wird der Tanker noch in Estland festgehalten
und erneut auf Sicherheit überprüft.
    
    "Eine Tankerhavarie in der Ostsee würde eine Umweltkatastrophe von
gleichem Ausmaß zur Folge haben wie vor Galiziens Küste", warnte
Jochen Lamp vom WWF. "Ein Massensterben von Meeresvögeln wäre hier
die Folge. Derzeit halten sich Millionen von Meeresenten vor
Deutschlands Ostseeküste auf, ihrem  wichtigsten
Überwinterungsgebiet. Deshalb darf der Tanker den Hafen Tallinn so
lange nicht verlassen, bis sichergestellt ist, dass allen
EU-Sicherheitsregeln entsprochen wird. Darüber hinaus ist eine
sofortige Überprüfung der Festigkeit der Schiffswände erforderlich".
    
    Die Gefahr einer Umweltkatastrophe mit massiven Langzeitfolgen
durch Schrotttanker auf unseren Meeren besteht täglich. Deshalb sind
nach Ansicht des WWF strengere Richtlinien für Schiffe in
europäischen Gewässern, unabhängig vom Herkunftsland und das Verbot
von Tankern ohne Doppelwand dringend nötig. In der Ostsee sind dies
30% der Tanker.  In besonders wertvollen und empfindlichen
Meeresgebieten wie der Ostsee und auch der Nordsee ist die Ausweisung
von besonderen Meeresschutzgebieten (PSSA) durch die internationale
Schifffahrtsorgansation IMO nötig.
    
    Auch die europäischen Regierungen haben die Brisanz für unsere
Meere erkannt und bereiten auf der Verkehrsministerkonferenz am 5./6.
Dezember konkrete Schritte vor, um Schrotttankern die Durchfahrt zu
verweigern. Der WWF fordert den deutschen Verkehrsminister Stolpe
auf, die Ausweisung eines Schutzgebietes für die Ostsee inklusive der
Lotsenpflicht und des Verbotes von Einhüllentankern zu beschließen.
    
    Schnellst möglich sollten auch die Lotsen verpflichtet werden,
Sicherheitsmängel sofort den Behörden zu melden und damit gefährdende
Schiffe sofort in die nächsten Häfen zu beordern. Außerdem muss die
Haftungspflicht für Reedereien auf die Umweltfolgen und deren
Beseitigung ausgeweitet werden, damit es sich für die Reeder nicht
mehr lohnt, fahrende Zeitbomben auf die Meere zu schicken.
    
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Weitere Informationen:

Jochen Lamp, Projektbüro Ostsee,
WWF Deutschland,
Tel.: 0 38 31/297018, 0160-90613817
Gabriele Kranz,
WWF Deutschland,
Tel.: 04 21/6 58 46-18, Fax: -12.

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell