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24.10.2002 – 12:31

WWF World Wide Fund For Nature

Kabeljaufischerei in der Nordsee vor dem Aus
WWF: EU-Fischereiminister verantwortlich für Bestandszusammenbruch

    Bremen (ots)

Seit zwei Jahren warnen Wissenschaftler und
Umweltorganisationen vor dem bevorstehenden Zusammenbruch des
Kabeljaubestandes in der Nordsee - jetzt ist es tatsächlich passiert.
Der Wissenschaftliche Rat zur Erforschung der Meere (ICES) wird am
Freitag der EU eine komplette Schließung der Kabeljaufischerei in der
Nordsee anraten. Auch eine Einstellung der Fischerei auf Wittling und
Schellfisch wird empfohlen werden, da in diesen Fischereien viel
Kabeljau mitgefangen wird.
    
    Der Zusammenbruch des Bestandes ist das direkte Ergebnis von 20
Jahren politischen Fehlentscheidungen im Fischereimanagement. Selbst
als der Kabeljaubestand kurz vor dem Zusammenbruch war, waren die
EU-Fischereiminister nicht in der Lage, sich auf einen
Wiederaufbauplan für Kabeljau zu einigen.
    
    "Seit über einem Jahr wird über Rettungsmaßnahmen für den Kabeljau
diskutiert, aber passiert ist nichts. Wenn die Fischereiminister
jetzt nicht sofort handeln, droht dieses Schicksal auch vielen
anderen Beständen, die bereits jetzt überfischt sind wie Seeteufel,
Seehecht und Seezunge", warnte Heike Vesper vom WWF.
    
    Der alle Jahre stattfindende Kuhhandel um die jährlichen
Höchstfangmengen, die Unfähigkeit der Mitgliedsländer konkrete
Maßnahmen zu beschließen den überfischten Kabeljaubestand zu
schützen, haben den Nordseekabeljau und die davon abhängigen Fischer
an den Rand des Ruins getrieben. Dänische und Schottische Fischer
stehen vor dem Aus.
    
    Dieser Zusammenbruch muss eine Warnung für die Mitgliedsländer
sein, die eine effektive Reform der derzeitigen Fischereipolitik
blockieren. Die unsinnige Praxis jedes Jahr aufs neue Quoten zu
verhandeln muss ein Ende haben. Für die Umwelt und die Fischer ist
eine langfristige und nachhaltige Planung unerläßlich. Die von der
EU-Kommission vorgesehenen Mehrjährigen Bewirtschaftungspläne sind
der richtige Weg aus der Europäischen Fischereimisere.
    
    
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Weitere Informationen:

Heike Vesper, Fischereireferentin, WWF Deutschland,
Tel.: 04 21/6 58 46-23
Gabriele Kranz, Pressereferentin, WWF Deutschland,
Tel.: 04 21/6 58 46-18, Fax:

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