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Zu viele Netze sind der Nordseewale Tod!
WWF: Renate Künast muss sich bei EU-Ministerratssitzung für Flottenabbau einsetzen

    Berlin (ots) - Einen "goldenen Dreizack", das Wahrzeichen des Meeresgottes Poseidon, überreichte heute WWF-Geschäftsführer Georg Schwede an Fischereiministerin Renate Künast, die morgen die deutsche Regierung auf der EU-Fischereiratssitzung in Brüssel vertreten wird. Die Ministerin soll damit - frei nach der griechischen Mythologie - als "Hüterin des Meeres und seiner Lebewesen" agieren und sich für eine umweltfreundliche Fischereipolitik einsetzen. Die Fischereiminister der EU entscheiden in Brüssel über den Abbau der Fischereikapazitäten im nächsten Jahr. Es besteht allerdings die Gefahr, dass dieser Abbau auf Drängen mehrerer Mitgliedsstaaten nicht mehr fortgesetzt werden soll. Damit dies nicht passiert, ist ein starker Einsatz der Ministerin Künast nötig.          Die Kapazität der EU-Fischereiflotte ist nach dem WWF vorliegenden Informationen um 40 % zu groß und wird zudem aus Steuermitteln subventioniert. Diese Überkapazitäten sind hauptverantwortlich für die Überfischung und damit auch ein Motor für hohe Beifänge. Ein prominentes Beispiel für Beifänge sind die in der Nordsee heimischen Schweinswale, die jährlich zu Tausenden in Fischernetzen ertrinken. "Frau Künast muss auf  der Ministerratssitzung alles tun, um eine Reduzierung der EU-Flotten durchzusetzen!" forderte WWF-Geschäftsführer Georg Schwede. "So kann sie beweisen, wie viel ihre im Oktober vorgestellte neue Regierungsposition zur Fischereipolitik wert ist."          Die Bundesregierung will sich nach einem im Oktober von Ministerin Künast veröffentlichten Positionspapier dafür einsetzen, dass die Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit sowie der Schutz der marinen Ökosysteme in den Vordergrund der politischen Entscheidungen des Fischereirates gestellt werden. Angesichts der EU-weiten Überkapazität lehnt die Bundesregierung eine Förderung der Flotten mit öffentlichen Mitteln solange ab, bis ein Gleichgewicht zwischen Fangmöglichkeiten und Fangkapazitäten wieder hergestellt wird. In einer heute veröffentlichten Stellungnahme zur Fischereipolitik der Bundesregierung wird dieser Punkt ausdrücklich vom WWF begrüßt.          Über 1.500 Bürger aus ganz Deutschland sowie weitere 1.900 Teilnehmer aus ganz Europa haben in den vergangenen zehn Tagen im Rahmen einer Internet-Aktion des WWF E-Mails an die Präsidentin des EU-Fischereirats, Annemie Neyts, geschickt. Sie soll ein von ihr vorgelegtes Papier zur Abschwächung des EU-Flottenabbauprogrammes im nächsten Jahr zurückziehen und so eine krasse Fehlentscheidung der europäischen Fischereiminister zu Lasten der Fischbestände und des Meeresumweltschutzes verhindern.

ots Originaltext: WWF Deutschland
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Tel. 0421-658462, 0171-5487312
Gabriele Kranz: WWF-Pressereferentin,
Tel. 0421/65846-18, 0171-7071198

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