WWF World Wide Fund For Nature

Klimagipfel (CoP7) in Marokko: Schwere Geburt in Marrakesch
WWF: Konferenz schliddert knapp an einer Blamage vorbei

    Marrakesch/Frankfurt a.M.  (ots) - In der Nacht zum Samstag
erzielten die Delegationen auf dem Klimagipfel (CoP7) in Marrakesch
mit Verspätung eine Einigung. Nach knapp zweiwöchigen zähen
Detailverhandlungen brachten die zuständigen Minister aus rund 160
Ländern schließlich, ein ratifizierungsfähiges Klimaschutz-Protokoll
unter Dach und Fach.
    
    "Es ist gelungen, den K(r)ampf ums Kleingedruckte zu einem
halbwegs glücklichen Ende zu führen", fasst Regine Günther vom WWF
den Gipfel zusammen. "Die Delegationen haben ihr Pflichtprogramm mit
Hängen und Würgen absolviert. Alles andere wäre nicht nur ein
Armutszeugnis, sondern auch eine Bankrotterklärung für
grenzübergreifende Politik gewesen."
    
    Vor allem Australien, Kanada, Japan und Russland haben lange eine
Einigung blockiert. Nachdem man sich frühzeitig auf eine
Umsetzungskontrolle geeinigt hatte, die Strafen vorsieht, falls
Länder ihr Klimaziel verfehlen, stritt man sich bis tief in die Nacht
über Bedingungen für einen Emissionshandel und die Anrechnung von so
genannten Kohlenstoffdioxidsenken. Nachdem man Russland hier weitere
Zugeständnisse gemacht hatte, stimmten die Bremser schließlich zu.
Der WWF ist unzufrieden, dass es nicht gelungen sei,  klare
Rahmenbedingungen für Senkenprojekte im Rahmen des so genannten Clean
Development Mechanism  abzustecken. Aber immerhin sei der Weg frei
für einen internationalen Kohlenstoffmarkt. "Wir können versuchen,
die Marktkräfte zu nutzen, um den Ausstoß der Treibhausgase zu
begrenzen", erläutert Regine Günther.
    
    Alles in Allem ist man beim WWF froh , dass der Ratifizierung des
Klimavertrags bis zum Erdgipfel in Johannesburg im September 2002
jetzt nichts mehr im Wege stehe. Es gebe keinen Vorwand mehr, die
Ratifizierung des Protokolls länger hinauszuschieben. Mit dem
Kompromiss wurde die Architektur geschaffen, um dem Klimawandel
international abgestimmt zu begegnen. Jetzt komme es darauf an,
anspruchsvollen Zielsetzungen zu verabschieden. Der Klimawandel sei
eine der wichtigsten Herausforderungen des Jahrhundert und werde die
internationale Staatengemeinschaft noch Generationen beschäftigen.
    
ots Originaltext: WWF
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Weitere Informationen:
Jörn Ehlers,
Pressestelle WWF Deutschland,
Mobil: 0171 544 01 44,
Fax: -1 16

Regine Günther
Referat Klimaschutz und Energiepolitik  
mobil 0171 5 89 72 26

Andrew Kerr
WWF International  
z.Zt. in Marrakesch
mobil: 00 212 62 83 62 95

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: WWF World Wide Fund For Nature

Das könnte Sie auch interessieren: