WWF World Wide Fund For Nature

Frische Fische - aber ohne tote Nordseewale!

    Hamburg (ots) -

    WWF demonstriert am Hamburger Fischmarkt fĂĽr eine Fischerei ohne Walopfer

    Unter dem Motto: „Frische Fische - aber ohne tote Nordseewale!" protestiert der WWF heute am Hamburger Fischmarkt gegen das tausendfache Sterben von Schweinswalen als Beifang. 100 WWF-Aktivisten entrollten bereits im Morgengrauen entlang des Fischmarktgeländes Transparente mit einer Gesamtlänge von 1,5 km. Darauf abgebildet sind 2.000 in Fischernetzen verendete Schweinswale. Sie sind die einzige vor unseren KĂĽsten heimische Walart. Von Bord des 28 Meter langen Segelschiffes „Giddi Up", direkt am Fischmarkt, demonstriert der WWF anschaulich das Problem des Schweinswal-Beifangs: Die kleinen Wale verheddern sich und ertrinken in Stellnetzen, die in der Nordsee fĂĽr den Fischfang ausgebracht werden. WWF-Aktivisten verteilen Informationen und fordern die Fischmarktbesucher auf, eine Unterschriftenaktion zur Rettung der Nordseewale an Bundesumweltminister Trittin zu unterstĂĽtzen.

    Â„Es ist ein Skandal, dass allein in der zentralen und sĂĽdlichen Nordsee jährlich ĂĽber 7.500 Schweinswale als Beifang sterben mĂĽssen. Fischereiministerin KĂĽnast und Umweltminister Trittin mĂĽssen sofort aktiv werden, um das massenhafte Töten von Walen in der Nordsee endlich zu stoppen", fordert WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper. Obwohl seit Jahren internationale Abkommen existieren, sei der Schutz der Schweinswale in der Nordsee nicht vorangekommen. Der WWF ruft die Bundesregierung auf, sich sowohl bei der Internationalen Nordseeschutzkonferenz (INK) im März 2002 in Norwegen als auch im Rahmen der derzeitigen Reform der EU-Fischereipolitik fĂĽr eine umweltfreundliche Fischerei einzusetzen.

    Der Schweinswal, der Kleinste der Walfamilie, ist der einzige Wal,
der bei uns in der Nordsee und im Wattenmeer zu Hause ist. Doch die
Zahl dieser Tiere hat durch ihren tausendfachen Tod in den
Fischernetzen dramatisch abgenommen. Eine kürzlich veröffentlichte
WWF-Studie zeigt, dass mehr Schweinswale sterben als die Population
verkraften kann. AuĂźerdem gibt es ĂĽber die bekannten Zahlen hinaus
deutliche Hinweise auf eine hohe Dunkelziffer an
Schweinswal-Beifängen. Die heimischen Wale können aussterben, wenn
nicht entschieden gegengesteuert wird. „Wir fordern Schutz- und
Schongebiete fĂĽr die Schweinswale, Fischereimethoden, die eine
drastische Senkung der Beifänge zur Folge haben, sowie ein Ende der
Ăśberfischung", betont Heike Vesper.

ots Originaltext: WWF
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