WWF World Wide Fund For Nature

Island droht Walschutz mit Harpune
WWF warnt vor isländischem "Beitritt unter Vorbehalt" zur Walfang Kommission

    Frankfurt a. M. (ots) - Island versucht, in die Internationale
Walfang Kommission IWC, die morgen ihre 53. Tagung in London
eröffnet, wieder zurückzukehren. Allerdings unter dem Vorbehalt, das
seit langem bestehende Moratorium zum kommerziellen Walfang nicht zu
akzeptieren. Der WWF warnt die anderen IWC Mitgliedsstaaten davor,
einen solchen Beitritt anzunehmen, der das Überleben der IWC - der
einzigen Organisation zur Regelung des internationalen Walfangs -
bedrohen würde.
    
    "Island hat seinen Vorstoss wie eine Harpune ins Herz der IWC
gerammt. Kein Staat hat vorher jemals versucht, der IWC beizutreten
und gleichzeitig verkündet, dass er sich nicht an dessen
Entscheidungen gebunden fühlt," sagt Volker Homes, Referent
Artenschutz beim WWF. "Wenn Islands Vorstoss akzeptiert wird, ist ein
Präzedenzfall geschaffen, der die IWC daran hindert, je wieder
verpflichtende Regelungen durchzusetzen. Jedes Mitgliedsland könnte
aus der Kommission austreten und mit Vorbehalt wieder eintreten." Die
Konsequenz: Die IWC würde ihre Autorität verlieren. Ohne die
Kommission aber gäbe es keine verbindliche weltweite Regelung von
Fangquoten, Überwachung und Kontrolle des Walfangs und es könnte
passieren, dass jede Nation so viel Walfang betreibt, wie sie selbst
für richtig hält.
    
    Island war bis 1992 bereits Mitglied in der IWC und ist aus
Protest wegen des 1986 in Kraft getretenen weltweiten Walfangverbots
ausgetreten. Island hat eine lange Tradition als Walfangnation und
verfügt immer noch über einsatzbereite Walfangschiffe und eine
Walfangstation an Land. Die früheren Waljäger hoffen, dass der
Walfang durch die isländische Regierung wieder zugelassen wird. Nicht
nur für den Minkwal, sondern auch für die bedrohten Finn- und
Seiwale. Da es nur einen kleinen heimischen Markt für Walfleisch in
Island gibt, sollen das Fleisch und der Blubber genannte Walspeck
nach Japan exportiert werden, wo dafür mindestens viermal höhere
Preise erzielt werden können.
    
    Auf der anderen Seite hat sich jedoch in Island der weltweit am
schnellsten wachsende und erfolgreichste Whale-Watching-Tourismus
entwickelt. Reisten 1991 nur 100 Passagiere zur Walbeobachtung an,
waren es im Jahr 2000 bereits 44.000 Interessierte. Kürzlich
herausgegebene Analysen rechnen deshalb vor, dass der wirtschaftliche
Nutzen aus der Walbeobachtung - rund 22 Millionen Mark - bereits
heute den des künftigen Walfangs übertrifft.
    
    Die Internationale Walfang Kommission tagt vom 23. bis 27. Juli in
London. Alle Hintergrundinformationen zum Thema erhalten Sie auch
unter www.wwf.de. Betacam-Material kann kostenlos zur Verfügung
gestellt werden.
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Weitere Informationen:

Volker Homes, Referent Artenschutz,
ab 22.07.01 in London, IWC-Tel.: 0171 58 97 226

Roland Melisch, Referent Artenschutz,
Tel.: 069 791 44-183, am Wochenende: 0170 47 65 664

Ulrike Bauer, Pressestelle WWF Deutschland,
Tel.: 0 69 791 44-153, Fax: -116

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