WWF World Wide Fund For Nature

Aus für "dreckiges Dutzend"
WWF fordert schnelle Ratifizierung der UN-Konvention zu Dauergiften

    Stockholm/Bremen (ots) - Minister und diplomatische Vertreter aus
allen Ländern der Welt treffen sich vom 22.-23. Mai in Stockholm, um
eine Konvention zum Verbot der 12 giftigsten langlebigen Chemikalien
(POPs - Persistent Organic Pollutants) zu unterzeichnen. Erstmals
wird über eine Konvention die Produktion und Anwendung einer ganzen
Reihe künstlich hergestellter Chemikalien, die für Mensch und Umwelt
hochgiftig sind, verboten oder stark eingeschränkt. Die Konvention
wurde im Dezember 2000 von 122 Staaten beschlossen. Damit das Verbot
in Kraft treten kann, muss es von mindestens 50 Ländern ratifiziert
werden.
    
    "Es ist höchste Zeit, dass diese giftigsten Chemikalien, die einst
bei uns entwickelt wurden und hier längst verboten sind, auch den
Menschen in ärmeren Regionen erspart bleiben", sagte Patricia
Cameron, Chemieexpertin des WWF. Der WWF fordert die Vertragsstaaten
auf, die Konvention innerhalb eines Jahres zu ratifizieren.  
    
    POPs sind Chemikalien, die extrem giftig und langlebig sind. Sie
vergiften nicht nur die Menschen in den Anwenderländern, sondern
verteilen sich über die Atmosphäre und schädigen damit Menschen und
Natur überall auf der Welt. Diese Schadstoffe können nicht nur zu
akuten Vergiftungen, sondern auch zu Krebs und Störungen des Immun-
und Hormonsystem führen. Zu den 12 POPs, die durch die Konvention
verboten werden sollen, gehören Pestizide wie DDT,
Industriechemikalien wie PCB, sowie die als Nebenprodukte bei
Verbrennungsvorgängen auftretenden Dioxine und Furane.
    
    Während die meisten dieser Chemikalien in den Industrienationen
verboten oder nicht mehr eingesetzt werden, werden sie in ärmeren
Ländern z.B. in der Landwirtschaft, in der Malariabekämpfung oder im
Kühlmittel von Transformatoren verwendet. Die Konvention sieht vor,
dass Industrienationen finanzielle und technische Hilfe für
Entwicklungsländer bereitstellen, damit diese auf umweltverträgliche
Alternativen umsteigen können. Auch die umweltgerechte Entsorgung der
Restbestände von POPs soll sichergestellt werden.
    
    "Dieses "dreckige Dutzend" ist jedoch nur die Spitze des
Eisberges. Es gibt noch unzählige Chemikalien, die ähnlich giftig
sind und auch bei uns noch eingesetzt werden , wie das Biozid Lindan
( gegen Kopfläuse und Schädlinge auf Haustieren) oder bestimmte
Flammschutzmittel (in Elektronikartikeln und Textilien) , um die die
Konvention erweitert werden muss", forderte Patricia Cameron.
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Weitere Informationen:

Patricia Cameron, Meeresumweltschutz,
WWF Deutschland
Tel.: 04 21/6 58 46-16
Fax: -12

Till Locher, Meeresumweltschutz
WWF Deutschland
Tel.: 04 21/6 58 46-14
Fax: -12

http://www.worldwildlife.org/toxics/progareas/pop/global.htm
http://www.worldwildlife.org/toxics/pubres/pubsvideos.htm#stock

Der WWF Deutschland ist eine der nationalen Organisationen des WWF -
World Wide Fund For Nature - in Gland (Schweiz).

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: WWF World Wide Fund For Nature

Das könnte Sie auch interessieren: