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Klimaverhandlungen in New York: USA erwärmen sich nicht für Klimaschutz
WWF fordert von EU Vorreiterrolle

    New York, Frankfurt a. M. (ots) - Die USA stehen mit ihrer
Ablehnung des Kyotoprotokolls weltweit allein. Bei der informellen
Verhandlungsrunde in New York wurde die Position der US-Amerikaner
gegen die in Kyoto ausgehandelten Verpflichtungen nur von Saudi
Arabien unterstützt. Der niederländische Umweltminister und
derzeitige Präsident der internationalen Klimaverhandlungen , Jan
Pronk, hatte kurzfristig zu dem Treffen geladen, um die
festgefahrenen Verhandlungen aus der Sackgasse zu führen.
    
    "Die Bush Administration hat sich erneut zum Sprachrohr der US
amerikanischen Mineralöl- und Kohleindustrie gemacht und erweist
seinem Land einen Bärendienst," kritisierte Regine Günther, Leiterin
des Referats Klimaschutz beim WWF Deutschland die Haltung der
Amerikaner. Dennoch gebe es Chancen, das Kyotoprotokoll im Sommer bei
der kommenden Verhandlungsrunde in Bonn endgültig auf den Weg zu
bringen. Die europäischen Staaten müssen nach Einschätzung des WWF
nun mit aller Kraft vorangehen und ihrer Vorreiterrolle gerecht
werden. Damit das Kyotoprotokoll in Kraft treten kann, müssen
mindestens 55 Länder, die zusammen für mehr als die Hälfte der
Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, den Text ratifizieren.
    
    "Die fortschrittlichen Länder sollten mit dem Klimaschutz ernst
machen und sich nicht länger durch die Blockadepolitik aus Washington
ausbremsen lassen," so Regine Günther. In New York habe sich gezeigt,
dass der Rest der Welt zu weiteren konstruktiven Verhandlungen bereit
sei. Allerdings müsse es jetzt darum gehen, das Protokoll
"wasserdicht" zu machen und die nach wie vor vorhandenen
Schlupflöcher zu schließen. Der WWF wandte sich gegen weitere
Zugeständnisse an die USA., denen man bereits sehr weit entgegen
gekommen sei,  weil rund ein Viertel der Treibhausgase auf ihr Konto
gehe. Es mache keinen Sinn, das Protokoll bis zur Unkenntlichkeit zu
verstümmeln, nur damit die USA dabei sei.  
    
    Die Auswirkungen des Klimawandel zeichnen sich immer deutlicher
ab. Gleichzeitig erwartet der WWF positive ökonomische Impulse von
einer fortschrittlichen Klimaschutzpolitik. Diese Erkenntnis werde
sich auch in den USA durchsetzen. Daher sei mittelfristig damit zu
rechnen, dass früher oder später die US amerikanische Wirtschaft ihre
Regierung dazu drängen werde, das Protokoll doch noch zu
ratifizieren.
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
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