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Zu wenige Lichtblicke in energiepolitischer Wundertüte - WWF benennt Mängel im Klima- und Energiepaket der EU-Kommission

    Berlin; Brüssel (ots) - Die EU-Kommission hat heute ihre Vorschläge für ein europäisches Energiepaket vorgestellt. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen in der Union bis 2020 um 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu drücken. Der WWF  hält das Paket für zu wenig ehrgeizig. "Ausgehend von den Zahlen von 2005 bedeutet dies nur eine magere Reduktion von zehn Prozent", kritisiert Regine Günther, Leiterin des Klimareferats beim WWF Deutschland. "Ein Reduktionsziel von 30 Prozent  wäre notwendig gewesen und hätte den Anspruch nach einer europäischen Vorreiterrolle im internationalen Klimaschutz mit Substanz gefüllt". Auf dem Klimagipfel in Bali hatte die EU dem Vorschlag zugestimmt, dass die Industriestaaten bis 2020 ihren Ausstoß an Treibhausgasen um 25 bis 40 Prozent reduzieren müssen

    Ein zentrales Element in den aktuellen Vorschlägen der EU betrifft die künftige Vergabe von Emissionszertifikaten für den Stromsektor und energieintensive Industrien. Mit der Entscheidung für ein gemeinsames EU-Ziel und der vollständigen Versteigerung der Zertifikate im Stromsektor ab 2013 habe die Kommission sehr positive Akzente gesetzt, erkennt der WWF an. Leider habe die Kommission unter dem massiven Druck einiger Mitgliedsländer und der Industrielobby zu wenig Rückgrad gezeigt, als es darum ging, die Versteigerung auch in den anderen energieintensiven Industrien durchzusetzen.

    Beim Ausbau der erneuerbaren Energien will die EU den Anteil der regenerativen Energien auf 20 Prozent erhöhen. Der Anteil von Biotreibstoffen soll bis 2020 auf zehn Prozent steigen. Der WWF unterstützt diese Ziele. Allerdings müsse die EU stärkere Nachhaltigkeitskriterien etablieren und Entwicklungsländern dabei helfen, dass der Anbau von Ölpflanzen nicht zulasten der Nahrungsmittelsicherheit gehe oder die Zerstörung des Regenwaldes beschleunige. Je nach Pflanze, Standort und Art des Anbaus können Biotreibstoffe eine positive oder negative Klimabilanz aufweisen. Der WWF fordert eine obligatorische Zertifizierung von Biotreibstoffen für den Import nach Europa. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Produktion von Bioenergie tatsächlich einen Nutzen bringe.

    Der WWF drängt bei der endgültigen Verabschiedung der Vorschläge zur Eile. Eine Einigung müsse vor den Wahlen zum Europaparlament 2009 unter Dach und Fach gebracht werden. Kurz danach stehe bereits der entscheidende UN Klimagipfel in Kopenhagen an. Dort soll ein Weltklimaabkommen für die Zeit nach 2012 verabschiedet werden. Um das Tempo zu erhöhen, regt der WWF an, die einzelnen Vorschläge des Energiepakets getrennt zu voranzutreiben.

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Regine Günther,  Energiepolitik und Klimaschutz, Mobil:  0162 291 44
23,
Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0 30/30 87 42-12;

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