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Mord im Nationalpark
Unbekannte erschießen Gorilla-Familie in Touristengebiet in der Demokratischen Republik Kongo

    Frankfurt am Main (ots) - / - Fotos der Gorillas erhalten Sie unter www.wwf.de/presse - Hintergrundinformationen finden Sie unter www.wwf.de - Interviewpartner: Stefan Ziegler, WWF-Experte, (0162) 29144 71

    Sie sind die Lieblinge der Touristen, die in der Demokratischen Republik Kongo Urlaub machen: Die Berggorillas des Virunga-Nationalparks. Doch die imposanten Tiere, von denen es weltweit höchstens noch 700 Exemplare gibt, haben auch Feinde unter den Menschen. Jetzt haben Unbekannte vier der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen mitten im Touristengebiet des Nationalparks erschossen. Vom WWF unterstützte Wildhüter fanden die drei Weibchen und das männliche Familienoberhaupt im Süden des Schutzgebietes. Damit erhöht sich die Zahl der seit Anfang des Jahres im Nationalpark erschossenen Berggorillas auf sieben. "Wir rätseln, wer dahinterstecken könnte", sagt WWF-Experte Stefan Ziegler. Das Gebiet, in dem Gorillas seit 20 Jahren geschützt sind, wird nun 24 Stunden am Tag von Parkrangern und dem Militär überwacht.

    Berggorillas leben nur noch in Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Jährlich spülen Gorilla-Touristen etwa 3,7 Millionen Euro in die Kassen der drei Staaten. "Die Berggorillas bringen viel Hoffnung in diese Region, die vom Bürgerkrieg ausgezehrt ist. Nachhaltiger Tourismus ist für viele Menschen dort bereits eine sehr wichtige Einnahmequelle", sagt WWF-Experte Ziegler. Er vermutet, dass rivalisierende Banden von Wilderern oder die Rebellengruppen von Laurent Nkunda für die Tötungen der Berggorillas verantwortlich sein könnten. Die Haut zweier Männchen, die Anfang des Jahres erschossen worden waren, wurde später in einer Latrine in einem nahe gelegenen Rebellencamp gefunden. Im Mai wurde ein Gorillaweibchen erschossen, ihr Baby wird seither in einer Schutzstation der Stadt Goma im Osten der Republik von Hand aufgezogen.

    Die nun getöteten Gorillas gehörten zur so genannten Rugendo-Gruppe und lebten in dem Gebiet, das am häufigsten von Touristen besucht wird. Sechs der zwölf Familienmitglieder sind wohlauf, doch zwei Gorillas, ein Weibchen und ein Baby, werden noch vermisst. Die Körper der toten Menschenaffen werden nun obduziert. Anschließend sollen sie im Park beerdigt werden.

    Gorillas sind durch Wildererei und die Zerstörung ihres Lebensraums so stark bedroht, dass die letzten von ihnen bereits in 15 Jahren aus der Wildnis verschwunden sein könnten. Die größten Menschenaffen der Erde sind intelligente, soziale Tiere. Sie leben in Familienverbänden aus mehreren Weibchen mit vier bis fünf Jungtieren und einem dominanten Männchen, dem Silberrücken. Ausgewachsene Männchen werden bis zu zwei Meter groß und bringen fast 300 Kilogramm auf die Waage.

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