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25.09.2006 – 10:01

RTLZWEI

RTL II präsentiert: Das Experiment - 30 Tage Hauptschule
Am Dienstag, den 03. Oktober 2006 um 20:15 Uhr bei RTL II

    München (ots)

Die preisgekrönte Reportagereihe "Das Experiment" steht für einzigartige Einblicke in fremde Lebenswelten mitten in Deutschland. Jetzt thematisiert RTL II mit "Das Experiment - 30 Tage Hauptschule" erneut ein brandaktuelles Thema: den Alltag an einer Hauptschule in Deutschland. Titus Dittmann, ein ehemaliger Studienrat für Sport und Geographie, der heute ein erfolgreiches Unternehmen leitet und bei den Kids in ganz Europa als der "Pate des Skateboarding" bekannt ist, wird für 30 Tage das Experiment wagen und als Lehrer an einer Hauptschule in Karlsruhe deutschen Schulalltag hautnah erleben. Hauptschulen kämpfen mit schlechtem Ruf und vielen Vorurteilen. Und auch diese Schule steht vor den Problemen mangelnder Lernmotivation und fehlender Zukunftsperspektiven der Schüler.

    Aber auch die Lehrersituation gibt allen Grund zur Sorge: Aktuell beklagt der Deutsche Philologenverband einen dramatischen Mangel an Lehrkräften, die Situation an beruflichen Schulen und an Hauptschulen sei besonders dramatisch. Ziel dieser Reportage ist es, das vieldiskutierte Thema "Hauptschule" von einem ganz neuen, höchst authentischen Blickwinkel aus zu zeigen.

    Das Experiment beginnt: Der 57-jährige Titus Dittmann wird als Lehrer auf Zeit die 8. Klasse einer Karlsruher Hauptschule unterrichten. Hier sind die Lehrer der festen Überzeugung, dass sich etwas ändern muss. Mittlerweile verbringen sie oftmals mehr als die Hälfte ihrer Zeit mit Erziehungsarbeit, statt mit der Vermittlung von Lernstoff und Bildung. Oft fühlen sich Lehrer mehr als Erzieher und Psychologen, statt als Vermittler von Wissen. Titus Dittmann sieht darin kein Problem: Als jung gebliebener, sportlicher und in Jugendarbeit engagierter, hipper Skateboard-Produzent weiß er, wie die Kids von heute ticken. Er glaubt fest daran, dass man alles erreichen kann, was man will und mit seiner positiven Energie will er seine Schüler anspornen und motivieren. Doch auch er gibt einer Hauptschule im Vergleich zu anderen Schulen eine schlechte Note: "Wenn man als Arbeitgeber die Wahl zwischen verschiedenen Bewerbern hat, dann neigt man dazu, den Bewerber mit dem hochwertigeren Schulabschluss zu bevorzugen."

    Ab sofort steht Titus 23 kritischen Achtklässlern gegenüber. Auch das Lehrerkollegium beobachtet seine Arbeit skeptisch. Er wird Unterricht halten, sich durchsetzen müssen, Klassenarbeiten schreiben lassen, die Schüler für AGs begeistern. Schon bald tauchen die ersten Probleme auf ...

    Die Situation an Deutschlands Schulen

    Ist die Schule noch eine reine Bildungsanstalt oder mittlerweile eine Erziehungseinrichtung? Sind Gymnasien lebensferne Lernfabriken und Hauptschulen ein Hort der Gewalt? Lehrer sind verzweifelt, Eltern ratlos, Schüler demotiviert und perspektivlos.

    Besonders Hauptschulen kämpfen gegen ihren schlechten Ruf und viele Vorurteile. Die Ereignisse an der Berliner Rütlischule sorgten im März 2006 für bundesweite Schlagzeilen und gesellschaftspolitische Diskussionen: Das Lehrerkollegium der Hauptschule in Berlin-Neukölln sah sich außerstande, die eskalierende Gewalt unter den Schülern zu kontrollieren und die Rektorin bat um die Schließung der Schule.

    Alltag an deutschen Schulen, das bedeutet sinkende Schülerzahlen, hoher Ausländeranteil und wenig Berufsperspektive. Bundesweit sind zehn Prozent aller Schüler Ausländer (Hauptschulen: 19 Prozent, Realschulen: 7 Prozent, Gymnasien: 4 Prozent). Bis zu 45 Prozent der Hauptschüler stammen aus einkommensschwachen Familien.

    Experten kritisieren unser Schulsystem. Die Pisa-Studie besagt: 22 Prozent aller Schüler in Deutschland sind schlecht im Rechnen, Lesen und Schreiben. Die Hälfte dieser Schüler besuchen Hauptschulen. Zu wenig Jobs, zu wenig Ausbildungsplätze - die Zukunftsaussichten für Schulabgänger sind schlecht. Bei Arbeitslosen unter 25 Jahre sind 74 Prozent Haupt- und Realschüler, 12 Prozent sind Abiturienten.

    Und: Der Deutsche Philologenverband schlägt Alarm. Der Lehrermangel an Deutschlands Schulen sei dramatisch. Besonders an beruflichen Schulen und an Hauptschulen mangelt es an Lehrern. In diesem Schuljahr werden in jeder Woche etwa eine Million Unterrichtsstunden ersatzlos entfallen. Deutschlands Schulen stehen vor der größten Lehrerversorgungskrise seit mehr als 30 Jahren (Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.09.06).

Weitere Informationen: www.rtl2-presse.de. Für Interviewanfragen mit den Protagonisten wenden Sie sich bitte an RTL II Presse & PR; Susanne Raidt; Tel.: 089/ 64 185-6502; susanne.raidt@rtl2.de

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