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01.08.2019 – 18:59

Allgemeine Zeitung Mainz

Allg. Zeitung Mainz: Anders helfen
Kommentar von Alexandra Eisen zu armen Kindern

Mainz (ots)

In schöner Regelmäßigkeit weist der Paritätische Gesamtverband auf die größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich und den Folgen für Kinder aus armen Familien hin und fordert für diese mehr Geld. Und ebenso regelmäßig reagiert das Bundesfamilienministerium mit der Aufzählung all der Leistungen und Vergünstigungen, die einkommensschwachen Familien bereits zugute kommen. Verbessern zusätzliche Zahlungen an arme Eltern wirklich die Situation der Kinder? Das bleibt ein frommer Wunsch. Dabei muss man gar nicht das Klischee von den Hartz-IV-Eltern bemühen, die jeden zusätzlichen Cent in eigene Vorlieben investieren, während ihre Kinder weiterhin hungrig zur Schule gehen. Die gibt es, in einer höheren Anzahl, als uns lieb ist. Sie dürfen uns aber nicht dazu verleiten, einkommensschwachen Eltern grundsätzlich solchen Egoismus zu unterstellen. Arme Eltern brauchen jedoch andere Hilfen als nur mehr Geld oder Gutscheine für Sport- oder Musikunterricht. Das höchste Armutsrisiko haben nach wie vor Kinder von Alleinerziehenden, die mangels ausreichender Betreuungsstruktur keinen Job finden, der sie aus der Armutsfalle befreit - und am Ende für eigene Altersarmut sorgt. Ihnen wäre mit einem Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung bis ins Schulalter oder dem massiven Ausbau von Ganztagsschulen mit ausreichend Lehrern mehr geholfen als mit Geld. Dort können auch sinnvolle Freizeitangebote gemacht werden und, wenn nötig, eine intensivere Betreuung durch Schulpsychologen erfolgen. Das wäre eine zielgerichtete Unterstützung, die am Ende allen Kindern guttut - egal, ob aus wohlhabenden oder armen Familien.

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