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Allgemeine Zeitung Mainz: Gut, aber...
Kommentar von Reinhard Breidenbach zum Arbeitsmarkt

Mainz (ots) - Eine Wirtschaftslage im Sinne des Weihnachtsgebäcks: alles in Butter? Ein entschiedenes: Ja, aber. Ja, Tiefststände bei der Zahl der Arbeitssuchenden und Höchststände bei den Beschäftigtenzahlen sprechen für sich. Aber die hohen Zahlen bei den geleisteten Überstunden, zu einem Gutteil ohne Entgelt, zeugen von dem, was gerne "Verdichtung" genannt wird, also gestiegener Arbeitsdruck. Das darf nicht unterschätzt werden. Noch weit wichtiger: Es gibt noch immer eine Vielzahl von Erwerbsbiografien, die - sei es wegen Fehlzeiten oder niedriger Entlohnung - keine ausreichende Altersversorgung verheißen. Auch der Fachkräftemangel vor allem in Handwerksberufen ist eine tickende Zeitbombe. Ob sich die großen Hoffnungen erfüllen, die auf einem Einwanderungsgesetz ruhen, bleibt abzuwarten. Falls nicht, drohen explodierende Preise auf dem Markt für Handwerkerleistungen und klirrende Kälte im Weihnachtswohnzimmer, wenn kein Monteur da ist, der die Heizung repariert. Es ist die brummende Konjunktur, die den Arbeitsmarkt so stark beflügelt. Aber die Geschichte lehrt, dass jedes Konjunkturhoch irgendwann zu Ende geht. Hinzu kommen leider Sonderrisiken. Sie heißen: Brexit, Staatsschuldenchaos in Italien und die Befürchtung, dass Gangster unter den Bankern künftig wieder mal ein Elend anrichten wie 2008. Nicht zuletzt dies: Staatshaushalte wurden entschuldet und Investitionen befeuert - durch billigstes Geld, faktisch durch Anwerfen der Notenpresse. Gleichzeitig wurden dadurch Sparer eiskalt enteignet. Eine solche Geldpolitik darf nicht ewig währen. Wie es sich aber auf die Konjunktur auswirkt, wenn die Zinsen steigen, weiß niemand.

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