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Allgemeine Zeitung Mainz: Halb voll
Kommentar von Achim Preu zu Opel

Mainz (ots) - Geschickt gemacht. Und genau das, was für eine konstruktive Aufbruchstimmung bei Opel unerlässlich ist. Keine betriebsbedingten Kündigungen, keine Werksschließungen, zwei Kernbotschaften, die gleich verfingen. Der befürchtete Kahlschlag-Tag wurde zur Präsentations-Plattform für einen rosaroten Zukunftsplan. Zu rosarot? Dass Kärrnerarbeit ansteht, die Umsetzung erst den Turnaround ermöglicht, das steht außer Frage. Zunächst ist es nämlich nur ein Konzept, aber zugegebenermaßen ein erfrischend intelligentes im Gegensatz zu dem hilflosen Agieren in der GM-Ära. Denn der erfolgreiche PSA-Sanierer Tavares dreht an allen Stellschrauben, die festgerostet waren. Und nimmt clever Management und Beschäftigte mit. Vor allem die Umstellung auf PSA-Technik hilft entscheidend. Sonst wäre Opel aufgrund der wachsenden CO2-Anforderungen unweigerlich an die Wand gefahren. Dass nun das Elektrozeitalter beginnt, das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim hierbei die tragende Rolle spielen soll auch für weitere Entwicklungen wie etwa Brennstoffzellen, das klingt gut. Ebenso, dass die Beschäftigten nicht das Problem, sondern die Lösung sind - ein geflügelter Satz. Aber die kritisierten zu hohen Personalkosten sind nicht trivial. Vorruhestand, Abfindungen, Kurzarbeit - alles soll genutzt werden. Letztlich sind offenbar 4500 Menschen zu viel an Bord. Alles muss jetzt ziemlich schnell gehen, aus Opel muss eine andere Firma werden. Funktioniert das nicht, bliebe von der französischen Revolution in Rüsselsheim nur die Guillotine in Erinnerung. Jobs weg, Werke dicht. Zunächst aber ist das Glas halb voll, gibt es Perspektiven. Das ist für Opel etwas Neues.

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