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Kommentar von Friedrich Roeingh zu VW und Stephan Weil

Mainz (ots) - Wachsweicher kann ein Dementi kaum ausfallen. Der niedersächsische Ministerpräsident bestreitet nicht und kann auch nicht bestreiten, dass er seine Regierungserklärung auf dem Höhepunkt des VW-Skandals von den Kommunikationsprofis des Autobauers hat überarbeiten lassen. Seine Kritik sei aber drin geblieben: "Das war O-Ton Weil." Es hatte allerdings auch niemand behauptet, dass gar nichts von Weils Kritik in der Rede geblieben sei. Dann hätte er schließlich gleich einpacken können. Nach den Anfragen der FDP im hannoverschen Landtag und den Recherchen der "Bild am Sonntag" wiird aber immer klarer, dass VW Weils Rede an maßgeblichen Stellen "tunen" konnte. Schon der Tonfall der Kumpanei, mit dem Weils Regierungssprecherin Anke Pörksen den VW-Cheflobbyisten und Parteifreund Thomas Steg anschrieb ("Bitte schau mal rein...") war verräterisch. Fakten kann man zudem auch gegenchecken lassen, ohne komplette Manuskripte zu versenden. Ein ungeheuerlicher Vorgang, der erneut ein Schlaglicht darauf wirft, wie schwer sich niedersächsische Ministerpräsidenten immer wieder damit tun, ihr politisches Amt mit dem Aufsichtsratsposten im VW-Konzern in einen sauberen Einklang zu bringen. Den Argumenten für die Vorteile dieser industriepolitischen Vernetzung wird immer stärker der Boden entzogen. Der künftige niedersächsische Ministerpräsident könnte der letzte sein, der eine Chance erhält, diesen Drahtseilakt doch noch hinzubekommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das wieder Stephan Weil sein wird, sind durch das Zusammentreffen von erzwungener Landtagsneuwahl und den aktuellen Enthüllungen massiv gesunken.

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