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Allg. Zeitung Mainz: Vor allem teuer
Kommentar zum Gesundheitswesen
Von Claudia Nauth

Mainz (ots) - In seiner ganz speziellen Naivität hat es US-Präsident Donald Trump auf den Punkt gebracht: Freimütig gestand er ein, dass ihm im Wahlkampf nicht klar war, wie schwierig es doch sei, ein Gesundheitssystem zu reformieren. Das ist der einzige seiner Sätze, den Trump sich in Stein meißeln lassen kann, weil er universelle Gültigkeit hat. Auch in Deutschland, wo die wachsende Zahl betagter und schwerkranker Patienten und der Zwang der Kliniken zur Wirtschaftlichkeit dem unzählige Male reformierten Gesundheitswesen wieder einmal Unzulänglichkeiten und Grenzen aufzeigen. Jetzt beklagt die Barmer neben anderem eine suboptimale Behandlung älterer Patienten bei einer Reha in einem Allgemeinkrankenhaus und verweist darauf, wie gut die Kliniken daran verdienen. Da scheint doch der Schluss nahezuliegen, wer die Misere verursacht hat. Dank Trump wissen wir allerdings, dass wir mehr nachdenken müssen. Tut es dem Gesundheitswesen und damit uns als Patienten eigentlich gut, dass Kliniken immer und überall dem Primat der schwarzen Zahlen unterworfen werden und bei Versagen in die Privatisierung geschickt werden? Und was sind wir bereit auszugeben für eine bessere Versorgung? Wenn Menschen älter werden und ihre medizinische Behandlung Fortschritte macht, wird es teurer. Derzeit sind die Kliniken nicht gut aufgestellt, um die wachsende Zahl älterer Patienten zu bewältigen. Diese brauchen nämlich nicht nur gute ärztliche Betreuung, sondern auch mehr Aufmerksamkeit des Pflegepersonals, das jetzt schon kaum sein Pensum schafft. Trump hat bei Obamacare kapituliert. Wir sollten das nicht tun.

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