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Allgemeine Zeitung Mainz: Früh Weichen gestellt
Kommentar zur Lebenserwartung von Christian Matz

Mainz (ots) - Dass Gesundheitschancen, Krankheitsrisiken und in der Konsequenz die Lebenserwartung sozial ungleich verteilt sind, ist keine neue Erkenntnis. Die simple Formel lautet: Wer ärmer ist und weniger gebildet, stirbt wahrscheinlich früher. Ebenfalls klar ist, dass die Grundlagen für diesen tödlichen Zusammenhang schon in der Kindheit gelegt werden. Beim Thema Kinderarmut liegt das reiche Deutschland im Vergleich der OECD-Länder nur im Mittelfeld, eine Schande. In den vergangenen Jahren hat sich die soziale Spaltung verschärft, die Unterschiede sind zementiert - wer in eine Hartz-IV-Familie hineingeboren wird, schafft später kaum den Ausweg. Damit einher gehen frühe Weichenstellungen, die die spätere Gesundheit beeinflussen. Falsche Ernährung beginnt im Elternhaus; wenn dort nur Fast Food auf den Tisch kommt, bleibt auch später der Herd kalt. Deshalb ist kein Euro, der in die Vorbeugung und Aufklärung in puncto Gesundheit und Ernährung schon in Kitas und Schulen gesteckt wird, zuviel. Denn er trägt dazu bei, spätere Kosten zu senken, die für die Behandlung von Krankheiten, für Ausfälle am Arbeitsplatz und für Frühverrentungen fällig werden. Gleichwohl: Eine gesunde Lebensweise ist keinesfalls nur eine Frage der Finanzen. Sich bewegen kostet in aller Regel kein Geld - sofern man nicht auf dem Laufband im Fitnessstudio, sondern draußen in der Natur rennt -, Rauchen dagegen kostet umso mehr. Und die Ernährung? Auch hier gilt: Oft ist das Argument vom teuren Biolebensmittel nur vorgeschoben, meist ist das Kochen mit frischen Produkten kaum teurer als die Kost aus dem Tiefkühlfach. Auch Bequemlichkeit ist ein Krankmacher.

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