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Allgemeine Zeitung Mainz: Branche in Gefahr
Kommentar zur IAA von Ken Chowanetz

Mainz (ots) - Eigentlich scheint zum Auftakt der "Internationalen Automobil-Ausstellung" (IAA) bei den Herstellern alles wie immer. Bombastische Inszenierungen, Musik wie aus einem Hollywoodfilm - und dann rollt eine weitere Weltpremiere auf die Bühne. Aber es wirkt, als wäre die Musik in diesem Jahr ein bisschen lauter und die Inszenierung ein bisschen schriller - es macht den Eindruck, als praktiziere die Branche ein kollektives Pfeifen im Wald. Den renommierten Herstellern droht ernsthaft Gefahr: Die Anzeichen mehren sich, dass sich die bisherigen Partner aus dem Silicon Valley, die zusammen mit VW, Mercedes, BMW und Co. den Kundenwunsch nach immer mehr Vernetzung des Autos mit der Umwelt umsetzen, nicht mehr länger mit der digitalen Zuliefererrolle zufriedengeben wollen. Das "Google-Mobil" fährt bereits im Probebetrieb, und auch bei Apple soll die Ampel für ein iCar wohl bald von Gelb auf Grün springen. Offiziell begrüßt die "klassische" Autobranche die Markterweiterung und freut sich, wie etwa Daimler-Chef Dieter Zetsche bei seiner IAA-Rede behauptete, auf die Wettbewerber, weil Konkurrenz zu neuen Höchstleistungen anstachele. Zetsches VW-Kollege Martin Winterkorn wiederum verweist auf die mehr als 125-jährige Tradition der klassischen Fahrzeugbauer. Wohl wahr. Fest steht aber auch: Das Image des Autos hat sich für viele potenzielle Kunden gewandelt, vom Statussymbol zum austauschbaren Mobilitätsgaranten, den man, Stichwort Carsharing, zudem nicht mehr besitzen muss, sondern gerne auch teilt. Und an dieser Stelle kann ein im Trend liegendes hochvernetztes iCar einem VW Golf dann doch sehr gefährlich werden.

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