PRESSEPORTAL Presseportal Logo
Alle Storys
Folgen
Keine Story von Kaufmännische Krankenkasse - KKH mehr verpassen.

20.08.2019 – 09:41

Kaufmännische Krankenkasse - KKH

Die Sucht kommt spielend

Die Sucht kommt spielend

KKH-Experte warnt vor Folgen von Abhängigkeit

Hannover, 20. August 2019 - Heute beginnt die international größte Computerspiel-Messe Gamescom in Köln. Bis zum 24. August kommen Hersteller, Produktentwickler und Anhänger der virtuellen Spielewelt zusammen, um sich über Neuheiten und Trends aus der Branche zu informieren. Aus diesem Anlass weist die KKH Kaufmännische Krankenkasse auf die Gefahren von exzessiven Computer- oder Video-Spielen hin. Denn erst kürzlich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Online-Spielsucht in den neuen Katalog der Krankheiten (ICD-11) aufgenommen. "Eine einheitliche Definition von Computerspiel- und Onlinesucht ist schwierig, allerdings gibt es klare Alarmzeichen für eine Abhängigkeit", sagt Michael Falkenstein, Experte für Suchtfragen bei der KKH. Dazu gehöre etwa, die Kontrolle über Häufigkeit und Dauer des Spielens völlig zu verlieren, das Spielen vor andere Aktivitäten zu stellen und auch bei negativen Konsequenzen weiterzumachen. Falkenstein: "Süchtig nach Online-Gaming ist jemand, der seine Familie und Freunde, die Schule oder die Arbeit vernachlässigt, der sich wegen des ständigen Spielens schlecht ernährt, kaum noch schläft, Hobbys und sportliche Aktivitäten sausen lässt."

Die häufigsten Gründe für exzessives Online-Spiel sind Stressbewältigung und Ablenkung. Besonders Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl nutzen die Games, um sich von Frust und Unsicherheit zu befreien. Sie genießen die virtuelle Unbeschwertheit, auch wenn das reale Leben derweil zusammenbricht. Laut des jährlichen Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung, der bereits 2016 den Schwerpunkt auf Onlinesucht gelegt hat, haben vor allem Online-Rollenspiele, Online-Shooter und Strategiespiele Suchtpotenzial. Diese Games können stark fesseln, denn die Übernahme einer Rolle ist meist mit einer starken Identifizierung verbunden. "Durch Erfolgserlebnisse im Rollenspiel werden zum Beispiel Misserfolge im Alltag kompensiert, da sie virtuell viel leichter als im echten Leben zu erzielen sind", erläutert der KKH-Experte. Die Betroffenen fühlen sich von der Rollenspiel-Gemeinde mehr geschätzt als von realen Personen und können sich leichter in virtuelle als in reale Gruppen integrieren.

Um exzessiv spielenden Patienten zu helfen, sei es vor allem wichtig, die Ursachen für die Sucht zu ermitteln, erläutert Michael Falkenstein. Das können etwa Depressionen oder soziale Angststörungen, aber auch eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sein. Solche Erkrankungen können eine Spielsucht auslösen, eine Spielsucht aber wiederum auch andere Erkrankungen wie Fettleibigkeit, verstärkter Alkohol- und Nikotinkonsum, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Augenprobleme. "In einigen psychiatrischen Kliniken gibt es darüber hinaus spezielle Ambulanzen für Online- und Internetsucht", ergänzt Michael Falkenstein.

Daran merken Sie, dass Sie süchtig nach Online-Spielen sind:

- Wenn Sie zwischenmenschliche Beziehungen, Ihre Hobbys, Ihre Wohnung und sich 
  selbst für Ihr Online-Spiel vernachlässigen.
- Wenn Sie Schule, Ausbildung oder Arbeit wegen des Online-Spielens gefährden 
  und trotz Konflikten exzessiv weiterspielen.
- Wenn Sie nur ans Computerspielen denken, auch wenn Sie nicht vor dem PC 
  sitzen.
- Wenn Versuche, weniger oder gar nicht mehr zu spielen scheitern.
- Wenn Sie Online-Games als Kanal nutzen, um negative Gefühle wie Stress, Wut 
  oder Einsamkeit zu verdrängen.
- Wenn es zu Entzugssymptomen kommt, wenn nicht gespielt werden kann, etwa zu 
  Unruhe, Gereiztheit, Schweißausbrüchen.
- Wenn Sie Familienmitgliedern, Therapeuten oder andere Personen belügen, um 
  spielen zu können und um das wirkliche Ausmaß des Online-Spielens zu 
  vertuschen.

Das können Betroffene tun:

- Setzen Sie feste Regeln für die Computernutzung, zum Beispiel mit Zeitsperren.
  Stellen Sie etwa einen Wecker, der Sie nach einer bestimmten Zeit ans Aufhören
  erinnert, oder führen Sie ein Computertagebuch.
- Planen Sie Dinge für die Zeit, die Sie offline sind, etwa Sport, Freunde 
  treffen, Ausgehen.
- Vertrauen Sie sich jemandem an, der Sie in Ihrem Vorhaben unterstützt, weniger
  zu spielen (Familienangehörige, Freunde, Lehrer oder Ausbilder).
- Finden Sie heraus, warum der PC in Ihrem Leben so wichtig geworden ist. 
- Holen Sie sich Hilfe, etwa bei einem Experten in einer Suchtberatungsstelle 
  oder in einer Selbsthilfegruppe. Informationen erhalten Sie etwa unter 
  erstehilfe-internetsucht.de/hilfsangebote-finden sowie unter 
  caritas.de/suchtberatung.   

Die KKH Kaufmännische Krankenkasse ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit 1,7 Millionen Versicherten. Nähere Informationen erhalten Sie unter kkh.de/presse/Portrait.

Mit freundlichen Grüßen,

KKH Kaufmännische Krankenkasse
Daniela Preußner
Pressesprecherin

Pressestelle
Hauptverwaltung
Karl-Wiechert-Allee 61
30625 Hannover
Telefon 0511 2802 1610
Telefax 0511 2802 1699
presse@KKH.de
www.kkh.de