Kaufmännische Krankenkasse - KKH

Laktoseintoleranz: Zahl der Betroffenen um das Dreifache gestiegen

Laktoseintoleranz: Zahl der Betroffenen um das Dreifache gestiegen

KKH warnt vor Selbsttherapie

Hannover, 10. Juli. Milchprodukte, Gluten, Weizen: Lebensmittelunverträglichkeiten sind weiter auf dem Vormarsch. Die Regale mit laktose- und glutenfreien Produkten in den Supermärkten werden länger und länger. Leiden viele Deutsche wirklich an einer Lebensmittelunverträglichkeit oder liegen Intoleranzen einfach im Trend? Fakt ist: Die Zahl der Betroffenen hat sich von 2006 auf 2016 weit mehr als verdreifacht - zumindest was die Laktoseintoleranz angeht. Das geht aus einer aktuellen Datenerhebung der KKH Kaufmännische Krankenkasse hervor. Demnach diagnostizierten Ärzte 2016 bundesweit bei rund 18.250 KKH-Versicherten eine Milchzuckerunverträglichkeit. 2006 waren es noch rund 5.630 Versicherte. Einer der Gründe für den enormen Anstieg sind neben der Medienpräsenz und der damit verbundenen Aufmerksamkeit für das Thema vor allem verbesserte Testverfahren für die Diagnose.

Wer stellt eine Laktoseintoleranz fest?

Ob es sich wirklich um eine Milchzuckerunverträglichkeit handelt, kann nur ein Mediziner bestimmen. Bei einem entsprechenden Verdacht rät die KKH in jedem Fall zunächst zu einem Besuch beim Hausarzt. Denn nicht immer sind Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme nach dem Genuss von Milch, Käse oder Joghurt ein Indiz für eine Laktoseintoleranz. Daniela Preußner vom KKH-Serviceteam in Hannover warnt deshalb auch vor einer Selbstdiagnose und Selbsttherapie, etwa in Form einer strikten Diät. Diese ist oft gar nicht notwendig, denn kleine Mengen Laktose sind meist unproblematisch. Und einige Milchprodukte enthalten nur ganz wenig Milchzucker - etwa Butter und viele Käsesorten. Betroffene sollten sich deshalb von einem Experten beraten lassen.

Was genau ist Laktoseintoleranz?

Damit der Körper Milchzucker verwerten kann, muss dieser im Dünndarm aufgespaltet werden. Das geschieht mit Hilfe des Enzyms Laktase. Wird zu wenig davon gebildet oder wirkt es nicht ausreichend, kann folglich weniger Laktose abgebaut werden. Der Milchzucker gelangt in den Dickdarm und wird dort von Darmbakterien zerlegt. Dabei kann es zu Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen kommen. Die Laktoseintoleranz ist in den meisten Fällen also durch einen natürlichen Enzymmangel bedingt. Seltener sind ein Gendefekt oder Erkrankungen die Ursache für eine Laktoseintoleranz.

Die KKH Kaufmännische Krankenkasse ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit 1,7 Millionen Versicherten. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.kkh.de/presse/portrait.

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