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23.08.2018 – 15:02

Jacobs University Bremen

Für die Wissenschaft begeistern

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Klar war er überrascht. Eine Spende über 50.000 Euro von einem ehemaligen Studierenden an seinen Professor gab es schließlich nie zuvor an der Jacobs University Bremen. "Das war für mich eine ungemein tolle Angelegenheit", sagt Sebastian Springer. Der Biochemiker hatte vor Jahren in einem Bewerber aus dem fernen Jemen ein Potenzial gesehen, das andere nicht sahen. Andere Universitäten und Hochschulen hatten Hashem Al-Ghaili abgelehnt, Springer nicht, er verschaffte ihm einen Studienplatz an der Jacobs University. Der spätere Wissenschaftskommunikator Al-Ghaili, dessen Facebook-Auftritt 27 Millionen Abonnenten folgen, zeigte seine Dankbarkeit in Form einer Spende. Das Geld investierte Springer in ein Gerät für die Krebsforschung.

Potenzial, das ist ein wichtiger Begriff für den 52-jährigen Wissenschaftler. Das Leistungsvermögen jedes einzelnen seiner Studierenden zu entwickeln, sie zu begeistern, zu befähigen, darum geht es ihm. "Für mich ist die größte Belohnung in der Lehre, wenn ein Studierender sagt: Mensch, ich hätte nie gedacht, dass ich das erreichen kann."

Springer hat es mit Studierenden aus aller Welt zu tun, oft hochbegabt und sehr motiviert, aber auch aus den unterschiedlichsten Lernkulturen stammend. Sie zusammenzubringen, die Teamarbeit zu fördern, ist eine wichtige Aufgabe, die am Anfang steht. Die Gruppen sind klein, Springer kennt jeden einzelnen, der Kontakt zu den Studierenden ist intensiv. Fertigkeiten vermittelt er immer an konkreten Beispielen, jede seiner Vorlesungen zeichnet er auf und stellt sie den Studierenden zur Verfügung. Das Niveau ist ebenso hoch wie die Ansprüche: "Wir bilden Spitzenstudierende mit den allerbesten Karrieremöglichkeiten aus."

Ehrgeizig in seinen akademischen Zielen zu sein, ambitioniert, die bestmögliche Qualität zu liefern, in seinem wissenschaftlichen Streben international mit den Besten mithalten zu können, das ist Springer wichtig. Bevor er 2001 an die in der Gründung befindliche International University Bremen kam - aus der später die Jacobs University wurde - hatte er fünf Jahre mit dem späteren Nobelpreisträger Randy Schekman an der University of California in Berkeley gearbeitet. "Das war eine Umgebung, in der wir immer wieder ermutigt wurden, uns die höchstmöglichen Ziele zu setzen und die allerbesten Ergebnisse zu erzielen. Das geschah nicht durch Druck von oben, sondern durch eine Atmosphäre des gegenseitigen Anfeuerns unter Kollegen."

Diese Philosophie versucht er auf seine eigene Arbeitsgruppe zu übertragen, die aus Doktoranden, Post-Docs, einer Technikerin und studentischen Mitarbeitern besteht. Springer ist begeisterter Grundlagenforscher, er will Neues entdecken. Seine Freude an der Forschung speist sich aus seiner Neugier und der Faszination an der Natur, seinen Enthusiasmus gibt er weiter an seine Studierenden, die sehr früh in die Forschung eingebunden sind und oft hervorragende Resultate erzielen. "Wie Zelle, Organismus und Immunsystem ineinandergreifen ist einfach wunderschön", sagt Springer. "Dass ich daran arbeiten darf, empfinde ich als Privileg."

Wie sortiert eine Zelle ihre Bestandteile an die richtigen Orte? Warum sieht ein Protein so aus und nicht anders? Die scheinbar naive Frage nach dem Warum stehe immer am Anfang seiner Forschung, erzählt Springer. Daraus kann durchaus Konkretes entstehen. So hat Springer gemeinsam mit seinem Team eine neue Methode zur Herstellung diagnostischer Reagenzien entwickelt, die die Krebsbehandlung vereinfachen. Vierzehn Jahre hat dieses Forschungsprojekt gedauert, dessen Ergebnis patentiert wurde und das jetzt in die Gründung einer Firma münden soll. "Mit ihr können wir hoffentlich auch finanziell zurückgeben an die Jacobs University, die ja in unsere Arbeit investiert hat."

Lehrer, Forscher - und seit kurzem ist Springer auch Funktionär. Der Vater zweier Kinder, dessen Frau Schulleiterin eines Bremer Gymnasiums ist, vertritt an der Jacobs University als Sprecher die Interessen der Professoren im Akademischen Senat, dem obersten Beschlussgremium der Universität in akademischen Angelegenheiten. Für ihn ist das eine neue, spannende Erfahrung, die mit der Weiterentwicklung der Universität zu tun hat. So will er sich einsetzen für die Einführung neuer Masterprogramme in den Biowissenschaften. Gefragt sind hier Fertigkeiten, die in seinem wissenschaftlichen Alltag eher eine untergeordnete Rolle spielen: der Ausgleich von Interessen etwa und das Finden von Kompromissen. Kein Zweifel, dass Sebastian Springer auch diese Aufgabe bewältigen wird.

Dieser Text ist Teil der Serie "Faces of Jacobs", in der die Jacobs University Studierende, Alumni, Professoren und Mitarbeiter vorstellt. Weitere Folgen sind unter www.jacobs-university.de/faces/de zu finden.

Für weitere Informationen:

http://springergroup.user.jacobs-university.de/

https://www.jacobs-university.de/study/undergraduate/programs/biochemistry-and-cell-biology

Über die Jacobs University Bremen:

In einer internationalen Gemeinschaft studieren. Sich für verantwortungsvolle Aufgaben in einer digitalisierten und globalisierten Gesellschaft qualifizieren. Über Fächer- und Ländergrenzen hinweg lernen, forschen und lehren. Mit innovativen Lösungen und Weiterbildungsprogrammen Menschen und Märkte stärken. Für all das steht die Jacobs University Bremen. 2001 als private, englischsprachige Campus-Universität gegründet, erzielt sie immer wieder Spitzenergebnisse in nationalen und internationalen Hochschulrankings. Ihre fast 1400 Studierenden stammen aus mehr als 100 Ländern, rund 80 Prozent sind für ihr Studium nach Deutschland gezogen. Forschungsprojekte der Jacobs University werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder dem Europäischen Forschungsrat ebenso gefördert wie von global führenden Unternehmen.

Weitere Informationen unter www.jacobs-university.dehttps://www.facebook.com/jacobs.university

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