Jacobs University Bremen

Wie Angst Gesellschaften verändert: Humboldt-Preisträger forscht an der Jacobs University

Prof. Dr. Shinobu Kitayama gilt als einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der kulturvergleichenden Psychologie.
Prof. Dr. Shinobu Kitayama gilt als einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der kulturvergleichenden Psychologie.

Er gilt als einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der kulturvergleichenden Psychologie. Für sein Schaffen ist Prof. Dr. Shinobu Kitayama jetzt mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet worden. Das Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro ist gebunden an eine Forschungskooperation mit einem deutschen Wissenschaftler. Diese geht Kitayama mit Dr. Ulrich Kühnen ein, Professor für Psychologie und Leiter des Masterstudiengangs Psychologie an der Jacobs University Bremen.

Bei seiner Forschungsarbeit in Bremen blickt Kitayama auf gesellschaftliche Umwälzungen in zahlreichen westlichen Demokratien: "Wir werden Methoden der Sozial- und Verhaltenswissenschaften mit denen der Neurowissenschaften kombinieren und untersuchen, wie tiefe Angst, die mit abnehmendem Vertrauen in soziale Institutionen verbunden ist, Vorurteile, dogmatisches Denken und sogar Aggression und Gewalt fördern könnte."

Shinobu Kitayama stammt aus Japan und lehrt in in den USA an der University of Michigan. Er hat sich insbesondere durch seine Arbeiten zu Unterschieden im Denken und Verhalten von Menschen aus westlichen und asiatischen Kulturen einen Namen gemacht. In westlichen Kulturkreisen, so Kitayama, definiert sich der Einzelne meist stark durch seine Individualität und damit die Unterschiede zu anderen Menschen. Das Selbstverständnis von Asiaten hingegen ist hingegen meist stärker durch ihren Bezug zu anderen Menschen, also etwa durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder ihre Rolle in der Familie geprägt

Kitayama spricht von einem independen beziehungsweise interdependenten Verständnis von Persönlichkeiten. Westlich geprägte Personen drücken demnach durch ihre Entscheidungen Independenz aus. Sie sehen sie als eine Möglichkeit, ihrem Umfeld die eigene Besonderheit zu signalisieren. Hingegen sind Asiaten eher geneigt, Entscheidungen nicht als Individuen, sondern in Gruppen, also interdependent, zu fällen. Das Verständnis dieser Unterschiede ist sowohl für die Grundlagenforschung zum Einfluss von Kultur auf menschliches Handeln relevant als auch in der angewandten Psychologie.

Shinobu Kitayama wird im Dezember zunächst für einen Kurzbesuch an die Jacobs University kommen und in 2018 und 2019 für jeweils mehrere Monate an der internationalen Universität forschen und lehren. "Ich freue mich und fühle mich geehrt, mit Professor Kühnen und anderen Kollegen der Jacobs University zusammenzuarbeiten", sagt er. Auch Ulrich Kühnen freut sich über den Aufenthalt des renommierten Gastwissenschaftlers: "Die Erkenntnisse von Shinobu Kitayama haben meine eigene Forschungsarbeit stark geprägt", sagt er. "Gerade in einer zunehmend vernetzten Welt ist es wichtig, dass Psychologie einen Beitrag zum Verständnis kultureller Unterschiede und Gemeinsamkeiten leistet. Mit seinem interkulturellen Forschungsprofil passt Professor Kitayama hervorragend zu unserer internationalen Universität, und ich bin sicher, dass er unsere Forschungsarbeit und unsere Psychologie-Studiengänge mit wertvollen Impulsen bereichern wird."

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Ulrich Kühnen | Professor of Psychology and Methods

u.kuehnen@jacobs-university.de| Tel.: +49 421 200-3426

Über die Jacobs University Bremen:

In einer internationalen Gemeinschaft studieren. Sich für verantwortungsvolle Aufgaben in einer digitalisierten und globalisierten Gesellschaft qualifizieren. Über Fächer- und Ländergrenzen hinweg lernen, forschen und lehren. Mit innovativen Lösungen und Weiterbildungsprogrammen Menschen und Märkte stärken. Für all das steht die Jacobs University Bremen. 2001 als private, englischsprachige Campus-Universität gegründet, erzielt sie immer wieder Spitzenergebnisse in nationalen und internationalen Hochschulrankings. Ihre fast 1400 Studierenden stammen aus mehr als 100 Ländern, rund 80 Prozent sind für ihr Studium nach Deutschland gezogen. Forschungsprojekte der Jacobs University werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder dem Europäischen Forschungsrat ebenso gefördert wie von global führenden Unternehmen.

Weitere Informationen unter www.jacobs-university.de

Thomas Joppig | Jacobs University Bremen gGmbH
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