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Student, Promovend, Hochschullehrer: die Karriere des Stanislav Chankov

Student, Promovend, Hochschullehrer: die Karriere des Stanislav Chankov
Dr. Stanislav Chankov während des Unterrichts. Foto: Jacobs University

8.15 Uhr ist eine schwierige Unterrichtszeit für einen Hochschullehrer, zumal im Herbst und Winter. Um seine Studierenden aus der morgendlichen Lethargie zu reißen, setzt Dr. Stanislav Chankov auf interaktive Elemente. Die Vorlesung "Einführung in die Logistik" beginnt mit Fragen, die an den vergangenen Stoff anknüpfen und per Smartphone beantwortet werden können. Aktivierend wirkt auch ein Online-Spiel, das er entwickelt hat, in dem die Studierenden per Handy während des Unterrichts gegeneinander antreten. "Ich denke den Stoff aus der Sicht und den Fragen der Studierenden und will ihn bestmöglich vermitteln, nicht bloß Inhalte abspulen", sagt Chankov.

Seit Januar unterrichtet er an der Jacobs University im Master-Studiengang Supply Chain Engineering & Management und im Bachelor-Studiengang Industrial Engineering & Management, dessen Programmverantwortlicher er zugleich ist. "Zu lehren war immer mein Traum", sagt der junge Hochschullehrer und man hört seine Begeisterung. Dass dieser nun just in dem Studienprogramm in Erfüllung gegangen ist, den er selbst einst studierte, erfüllt ihn mit Stolz. Es ist noch gar nicht lange her, dass der 28-Jährige selbst als Student an der internationalen, englischsprachigen Universität eingeschrieben war. Mit einer kurzen Unterbrechung ist er seit zehn Jahren an der Jacobs University.

Im Herbst 2007 begann der gebürtige Bulgare sein Studium in International Logistics Management & Engineering. Die Studiengebühren an der privaten Universität in Höhe von rund 25 000 Euro jährlich brachte er mithilfe der Universität auf. "Diese Unterstützung hat mich sehr glücklich gemacht", erinnert er sich. "Die Universität hat mir den Weg geebnet, sie hat mir unendlich viele Möglichkeiten eröffnet. Ich konnte mich entwickeln, dafür bin ich sehr dankbar."

Stanislav absolvierte Praktika bei Porsche, Airbus und schrieb seine Abschlussarbeit als Werkstudent in Kooperation mit Daimler. Es folgte ein Master-Studium in Management Science & Operations an der renommierten Cambridge University. Er hätte in England bleiben können, doch er entschied sich zur Rückkehr an die Jacobs University, um dort zu promovieren. "Ich schätze die internationale Atmosphäre, den Campus, die Kollegen. Dies ist ein sehr guter Ort, um weiter zu wachsen, beruflich und persönlich."

Die Logistik ist das Thema des Tennis-Fans, der zwar selber selten auf dem Platz anzutreffen ist, es dafür aber fertigbrachte, 2017 alle vier Grand Slam-Turniere zu besuchen, in Australien, Frankreich, England und den USA. "In der Logistik geht es darum, Dinge schneller, effizienter, verlässlicher, auch ressourcenschonender zu machen", meint Chankov. "Es geht um die Verbesserung von Prozessen: in einer Fabrik, beim Warentransport oder auch im alltäglichen Leben. Diesen praktischen Ansatz mag ich."

Konkrete Beispiele baut er auch in seine theoretischen Kurse ein, etwa aus der Tenniswelt, indem er die Lieferkette bei der Herstellung eines Tennisballs thematisiert. Sehr viel praxisorientierter geht es in dem "Lab-Course" zu, den er unterrichtet. Hier werden zum Beispiel Vorgänge in der Industrie simuliert und Planspiele durchgeführt. "Learning by doing ist eines der Charakteristika unseres Studiengangs Industrial Engineering & Management", so Chankov. "Er verknüpft kaufmännische und praktische Themen miteinander, und viele Experten aus Unternehmen geben in Gastvorlesungen ihr Wissen an die Studierenden weiter. Wir bereiten die Studierenden auf die Praxis vor. Das ist unser Anspruch!"

Die Studierenden sind häufig kaum jünger als ihr Lehrer - und doch stellt Stanislav Chankov nicht unerhebliche Unterschiede fest im Vergleich zu seiner Studienzeit. "Mit ihren Smartphones, Laptops und Tablets sind sie sehr viel stärker auf Technologie orientiert als das noch vor wenigen Jahren der Fall war. Und sie hinterfragen stärker. Sie wollen wissen: Wie können wir die Unterrichtsinhalte verwenden, welchen Nutzen hat das Wissen? Das macht den Unterricht herausfordernd, weil man Antworten braucht."

Sie zu geben, das ist sein Job. Er denke viel über die Vermittlung von Wissen nach und darüber, was er besser machen könne, wie er den Unterricht für die Studierenden noch interessanter machen könne, erzählt Chankov, der sich an der Jacobs University auch als Vorsitzender eines Komitees zur Förderung der Chancengleichheit engagiert. So will er die interaktiven Elemente in seinen Vorlesungen weiter stärken.

Auch die Forschung interessiert ihn natürlich. Sein besonderes Interesse gilt der "sharing economy", also der gemeinsamen und dadurch intensiveren Nutzung von ansonsten nur teilweise genutzten Ressourcen. Beispiele hierfür sind unter anderem Mitfahrgelegenheiten, Untervermietung von Räumlichkeiten oder Mitnahme und Zustellung von kleineren Paketen auf dem Weg zur Arbeit. Eine Professur strebt er irgendwann an. Doch das ist Zukunftsmusik, gegenwärtig ist er voll und ganz Hochschullehrer. Was er sich vorgenommen hat für die nahe Zukunft? "Ich möchte der bestmögliche Dozent sein."

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Über die Jacobs University:

Die Jacobs University ist eine private, unabhängige, englischsprachige Universität in Bremen. Hier studieren junge Menschen aus der ganzen Welt in Vorbereitungs-, Bachelor-, Master- und PhD-Programmen. Internationalität und Transdisziplinarität sind die besonderen Kennzeichen der Jacobs University: Forschung und Lehre folgen nicht einem einzigen Lösungsweg, sie gehen Fragestellungen aus der Perspektive verschiedener Disziplinen an. Dieses Prinzip macht Jacobs Absolventen zu begehrten Nachwuchskräften, die erfolgreich internationale Karrierewege einschlagen.

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