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stern: BND warb Ex-Stasi-Mann ohne Genehmigung an

    Hamburg (ots) - Bei der Anwerbung des Leipziger Nachrichtenhändlers Uwe Müller als V-Mann zur Ausspähung von Journalisten wurden im Bundesnachrichtendienst (BND) nach dessen eigenen Angaben auch interne Regeln verletzt. Das berichtet das Hamburger Ma-gazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Weil Müller in den 80er Jahren bereits als inoffizieller Mitarbei-ter für die DDR-Staatssicherheit tätig war, hätte die Leitungs-ebene des BND Müllers Anwerbung durch den bundesdeutschen Geheimdienst autorisieren müssen. Obwohl es einen entspre-chenden Erlass gegeben habe, sei dies im Fall Müller "in der Weise nicht geschehen", sagte BND-Sprecher Stefan Borchert dem stern. Der damalige BND-Präsident August Hanning habe die Anwerbung nicht autorisiert und auch nicht von ihr gewusst. Bereits am 18.Januar 2005 hatte der BND zwar das Bundes-kanzleramt schriftlich darüber informiert, dass Müller "regelmä-ßig" Informationen "zu Aktivitäten von Journalisten mit Ziel-richtung BND" liefere. Dieses Schreiben sei aber nur auf der "Arbeitsebene" versandt worden und nie zu Hannings Kenntnis gelangt, erklärte der BND-Sprecher.

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