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stern: BND-Mitarbeiter arbeitete früher für Stasi

    Hamburg (ots) - Der Leipziger Politikberater Uwe Müller war nach eigenen Angaben von 1982 bis 1986 fünf Jahre lang als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) für die DDR-Staatssicherheit tätig. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, diese Woche bereits am Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet, hatte Müller unter anderem die Aufgabe, auf DDR-Kirchentagen wie dem in Greifswald 1985 "Hintergrundinformationen" über die Einschätzungen westdeutscher Journalisten zu sammeln. Zu diesem Zweck ließ ihn das Mi-nisterium für Staatssicherheit (MfS) als Korrespondenten der DDR-Nachrichtenagentur ADN akkreditieren. Nach eigenen Angaben sprach Müller dafür damals auch mit dem damaligen Ost-Berliner ARD-Korrespondenten Peter Merseburger. Die Stasi habe ihm "insgesamt" 2000 DDR-Mark gezahlt, sagte Müller. Er habe eine Verpflichtungserklärung un-terschrieben und den Decknamen "Meyer" getragen. Müller, der von 2001 bis 2005 auch für den BND Informationen über Jour-nalisten sammelte, war bereits im Alter von 15 Jahren wegen angeblich un-erlaubter Kontakte zu West-Journalisten von den DDR-Behörden in ein Ju-gendheim eingewiesen worden. Erst im April 2005 rehabilitierte ihn das Oberlandesgericht Dresden für den Freiheitsentzug, den er "zu Unrecht" er-litten habe. Nach der Heimeinweisung habe ihn die Staatssicherheit unter Druck gesetzt, sagte Müller. Er habe sich darauf für "Kooperation und Kar-riere" entschieden. Der BND habe seine Stasi-Vergangenheit gekannt, sagte Müller dem stern: "Sie wussten das." Einer der BND-Männer, mit denen er regelmäßig Kon-takte hatte, habe ihm gegenüber erklärt: "Im MfS waren Sie ja angeblich keine große Nummer." Der BND nahm dazu auf Anfrage des stern keine Stellung. Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

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