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stern: Salman Rushdie sieht in sexueller Angst der Männer vor Frauen eine Ursache für islamistischen Terror

    Hamburg (ots) - Salman Rushdie sieht eine der Ursachen für islamistischen Terror in der sexuellen Angst der Männer vor Frauen und in verletzter Männerehre. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern sagte der 58 Jahre alte Autor, er glaube, dass dieser Punkt im Westen bisher vernachlässigt worden sei, "weil es die moralische Achse von Ehre und Scham dort nicht gibt".

    Im Orient sei nach Rushdies Einschätzung das abendländisch-christliche Weltbild, das sich zwischen den Begriffen Schuld und Erlösung bewege, "völlig unwichtig". Dafür gebe es "das große Gewicht der 'Ehre'". Es werde unterschätzt, wie vielen Islamisten es darum gehe, verletzte Ehre wieder herzustellen. Die große Bedeutung der Ehre habe auch "sehr viel mit sexueller Angst vor Frauen zu tun", die sich auch auf westliche Gesellschaften erstrecke, weil diese, so Rushdie zum stern, "ihre Frauen nicht verschleiern" und "diese potentielle Gefahr nicht entschärfen".

    Rushdie, dessen Leben jahrelang von einer vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Chomeni ausgerufenen Fatwa bedroht war und der deshalb in Verstecken lebte, fühlt sich heute, wie er dem stern sagte, nicht mehr bedroht. "Ich werde schon seit sieben, acht Jahren nicht mehr beschützt. Ich gehe, wohin ich will", sagt der Schriftsteller, dessen neuer Roman "Shalimar, der Narr" gerade in Deutschland herausgekommen ist.

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