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Das neue stern FOTOGRAFIE Nr. 42 widmet sich Albert Watson, dem Meister aller Klassen

    Hamburg (ots) - Neue Ausgabe der limitierten Foto-Edition erscheint am 13. Dezember 2005

    Das neue stern FOTOGRAFIE Nr. 42 präsentiert auf rund 90 großformatigen Seiten Aufnahmen von Albert Watson. Der Schotte, Jahrgang 1942, ist einer der vielseitigsten Fotografen der Gegenwart. Heute lebt er in New York, sein Studio liegt in West Village, dem Stadtteil, in dem die Bewohner sich noch kennen. Watson ist schon längst ein Klassiker, aber es fällt schwer, eine Bezeichnung wie "Star-Porträtist" oder "Meister des Stilllebens"  für ihn zu finden, weil er ein Meister in all diesen Klassen ist - obwohl er sich Kategorien wie "modisch" oder "hip" stets verweigert hat. Und so waren es immer andere, die Stile etablierten, Richard Avedon, Helmut Newton oder Herb Ritts zum Beispiel, die Watson dann mit großem technischem Handwerk zitierte und vervollkommnete. Stellt man sich die Fotografenwelt als Olympiade vor, gibt es Sprinter und Springer - und es gibt den Zehnkämpfer Watson, der vielleicht eine Zehntelsekunde langsamer ist, aber jede Disziplin perfekt beherrscht.

    Ungefähr acht Millionen Bilder hat Watson in seinem Archiv, und er könnte zu jedem Bild eine Geschichte erzählen: zu den Pominentenporträts (z. B. Keith Richards, Mick Jagger, David Bowie, Jack Nicholson, John Travolta, Clint Eastwood, Mickey Rourke, Alfred Hitchcock), zu dem mehr als 3000 Jahre alten Leinenhandschuh und den Socken des Tutenchamun, zu den Landschaftsaufnahmen, die auf seinen vielen Reisen entstanden, bis hin zu den spektakulär inszenierten Modefotos. Watsons Bilder erschienen auf mehr als 250 Titelseiten der "Vogue", er hat für Hunderte erfolgreiche Werbekampagnen großer Unternehmen wie zum Beispiel Gap, Levi's und Chanel gearbeitet, außerdem hat er mehrere hundert TV-Spots gestaltet.

    Ein Bild zu fotografieren, sagt er, ist die eine Sache, es zu entwickeln, nein, es zur Welt zu bringen, die andere. Ein "immer wieder großartiger Schöpfungsakt" sei es, vor den Wannen mit Entwicklerflüssigkeit zu stehen und im trüben roten Licht die ersten Konturen eines Bildes zur Welt kommen zu sehen. Da ist Watson ganz die "old school", aus der er kommt. Nie würde er einen Film in irgendwelchen Labors abgeben, nie fremde Hände an das großformatige Papier seiner Prints lassen. Der Erfolg des mittlerweile 63-Jährigen ist umso bemerkenswerter, als er seit seiner Geburt auf einem Auge blind ist - ein Handicap, von dem er behauptet: "Ich kann nicht sagen, es ist ein Mangel, ich kenne es nicht anders." Vielleicht ist es die Intensität des gesunden Auges, die Bildernachrichten durch nur einen Kanal in sein Gehirn pumpt und sie dort umso intensiver wirken lässt? Watson lacht, schöne Theorie, sagt er, und im Studio springt ihm sein kleiner Hund auf die Arme. Watson, wie immer mit Baskenmütze auf dem Kopf und Nickelbrille auf der Nase, hält ihn fest, Herr und Hund werden eins. "Mit der Kamera ist es wie mit meinem Hund", sagt er, "wir gehören zueinander." Ja, sie sei fast ein Körperteil von ihm geworden, seit er mit 14 Jahren zum ersten Mal eine Brownie-Box in der Hand hatte, "ich wusste sofort, dass Fotografie mein Leben sein würde".

    Nach seiner Kindheit in Schottland studierte Watson am Royal College of Art in London, 1970 übersiedelte er mit seiner Familie nach Kalifornien. "Wenn du in Los Angeles nur Stars fotografierst", erinnert er sich, "hast du vielleicht drei Tage im Monat zu tun. Wenn du nur Autos fotografierst, vielleicht vier Tage. Und nur Sport, fünf Tage. Also sagte ich mir, ich fotografiere Stars, Autos, Sport und was die Leute sonst noch haben wollen."

    Mit seinem "protestantischen Arbeits-Ethos" nahm Watson alles auf, womit man ihn beauftragte: Autos für Beilagen von Tageszeitungen, Klamotten für Kataloge, Nachwuchsschauspieler, Landschaften, Gärten oder Baseball-Spiele. Aber im Unterschied zu seinen eiligen Kollegen von der Westküste arbeitete Watson mit der Geduld und Akribie eines europäischen Handwerkers. Und egal ob Äpfel für eine Supermarktwerbung oder eine Reportage über Autosammler - Watsons Bilder hatten eine Prägnanz und Tiefe, die sie von allen anderen unterschied. Noch heute behaupten manche, er habe das Ausleuchten von Gesichtern und das subtile Spiel mit Nuancen an Autos trainiert, bei denen auch das Detail im Schatten sichtbar sein musste. "Weiß ich nicht, kann so gewesen sein", meint Watson. "Heute mache ich meine Bilder intuitiv, ich sehe erst hinterher, wenn sich Linien und Horizonte genau im rechten Winkel treffen."

    Die Auflage des stern FOTOGRAFIE Nr. 42 "Albert Watson" ist wie alle Ausgaben der Reihe auf 10.000 Exemplare limitiert und für Liebhaber und Sammler fortlaufend nummeriert. Ein Serviceteil am Ende des Heftes informiert über neue Fotobücher. Das Magazin erscheint am 13. Dezember  2005 und kostet 15 Euro. Es kann unter der Bestellnummer 70037640 beim stern-Versand-Service, 20080 Hamburg, Telefon 01805/861 80 00, E-Mail: Heft-Service@guj.de bestellt werden. Die Foto-Edition gibt es im Abonnement zum Vorzugspreis von 12,50 Euro pro Heft (Bestellnummer 247125 F). Die Hefte sind auch in Fotografie-Buchhandlungen und in Museumsshops erhältlich.

    Hinweis: Noch bis zum 29. Januar 2006 (täglich 10.00 - 19.00 Uhr) werden im KunstHaus Wien unter dem Titel "Frozen" 130 Arbeiten von Watson gezeigt.

Für Rückfragen:

Christina Leitow stern Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 20444 Hamburg Tel.: 040/3703-3717, Fax: 040/3703-5741 E-Mail: leitow.christina@stern.de www.stern.de

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