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stern: Hamburger Unfallchirurg sieht Sicherheit der Klinik-Patienten durch Personalabbau gefährdet

    Hamburg (ots) - Der Hamburger Unfallchirurg Gerhard Exner befürchtet, dass der Personalabbau an Kliniken die "persönliche, fehlerfreie und individuelle Versorgung der Patienten" gefährden könnte. In einem Interview mit dem Magazin stern sagte der Chefarzt am Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg, zwar seien die Sicherheitsanforderungen immer weiter gestiegen, aber weil immer weniger Geld da sei, müsse am Personal gespart werden. "Das passt nicht zusammen. Menschen machen Fehler. Menschen in Eile machen mehr Fehler. Ich mache mir Sorgen."

    Es lasse sich zum Beispiel nicht völlig ausschließen, dass ein Chirurg das falsche Bein amputiere, wenn er einen Patienten auf dem OP-Tisch zum allerersten Mal sehe. Als Patient hätte der 64 Jahre alte Exner, der "andere Zeiten kennt, in denen der Operateur den Patienten noch kannte", die Sorge, "dass ich aufwache, und nicht mein rechtes, sondern mein linkes Bein ist ab".

    Mit Pessimismus beschreibt Exner im stern die möglichen Auswirkungen des Kostensparens auf die Versorgung älterer Patienten. Er habe zum Beispiel eine teilgelähmte 70-jährige Patientin, bei der er sehe, dass sie "das Krankenhaus auf zwei Beinen verlassen könnte, wenn ich sie nur lange genug behandeln könnte". Die Krankenkasse habe aber gesagt: "Die Frau ist 70. Das lohnt sich nicht mehr. Stecken Sie die Frau in ein Altersheim."

    Der Fall zeige, so Exner zum stern, "dass das Kostenargument mehr wiegt als die Menschlichkeit".

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