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stern: Rürup und Lauterbach einigen sich auf Kompromiss zur Gesundheitsreform - Mittelweg zwischen Kopfpauschale und Bürgerversicherung

    Hamburg (ots) - Die Architekten der strittigen Konzepte von Kopfpauschale und Bürgerversicherung, die Professoren Bert Rürup und Karl Lauterbach, haben sich auf einen Kompromiss zur Reform der Krankenversicherung durch die große Koalition geeinigt. In einem Gespräch der beiden führenden deutschen Gesundheitsökonomen mit dem Hamburger Magazin stern sagte Lauterbach, der die Bürgerversicherung für alle favorisiert und als SPD-Abgeordneter im Bundestag sitzt: "Ein Kompromiss könnte darin bestehen, dass man die einkommensabhängigen Beiträge belässt, aber durch Steuermittel ergänzt, um damit die bislang beitragsfreie Mitversicherung der Kinder zu finanzieren." Sie koste etwa 15 Milliarden Euro pro Jahr. Sonst werde es nicht möglich sein, in den Jahren von 2007 bis 2009 "weitere deutliche Beitragserhöhungen" zu verhindern. Rürup, der auch Vorsitzender des wirtschaftlichen Sachverständigenrates ist und für eine "Bürgerpauschale" eintritt, das heißt Versicherungspflicht für alle bei einheitlichem Krankenkassenbeitrag, sagte, wenn die Pauschale nicht durchsetzbar sei, müsse man nach Lösungen unterhalb der Systementscheidung suchen. "Da könnte ich mir in der Tat vorstellen, dass eine steuerfinanzierte Kinderversicherung ein Weg wäre." Das würde "den Weg zu einer späteren Pauschale nicht verbauen".

    Allerdings dürfe das "nicht zu allgemeinen Beitragssenkungen führen", ergänzte  Rürup. Er plädierte daher für ein Splitting zwischen aktiven Beitragszahlern und Rentnern. Wenn die Rentner, die für weniger als die Hälfte ihrer Kosten selbst aufkämen, vom Erfolg des Kompromisses ausgenommen würden, "könnte man den Beitrag um fast zwei Prozentpunkte senken".

    Grundsätzliches Einvernehmen gab es zwischen den Experten auch in dem Ziel, dass Ehepaare, bei denen nur ein Partner arbeitet und der andere kostenfrei mitversichert ist, künftig höhere Beiträge zahlen sollen. Rürup schlug eine "doppelte Beitragsbemessungsgrenze" vor - "aber nur beim Versicherten, der Arbeitgeberbeitrag darf nicht steigen". Lauterbach sagte: "Verdopplung muss nicht sein, aber im Grundsatz ist das richtig, wenn das Paar keine Kinder hat."

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