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Bremer Forscher zum stern: Hartz IV nicht teurer als das alte System

    Hamburg (ots) - Die im Januar in Kraft getretene Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe (Hartz IV) kostet den Staat nach Analysen des Bremer Arbeitsmarktforschers Paul Schröder nicht mehr, sondern sogar etwas weniger Geld als das getrennte System von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe. Schröder vom Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe widersprach damit dem niedersächsischen Sozialministerium, das Mehrkosten von bis zu 6,5 Milliarden Euro prophezeit. Dem stern sagte er: "Diese Rechnungen setzen voraus, dass 2005 keine neuen Sozialhilfe- und Arbeitslosenhilfe-Empfänger hinzugekommen wären. Das ist unrealistisch. Jedes Jahr stiegen diese Zahlen kontinuierlich." Nach Hochrechnungen Schröders hätte der Staat nach dem alten System in diesem Jahr rund 43,2 Milliarden Euro ausgeben müssen, Hartz IV kostet ihn dagegen mit 42,2 Milliarden Euro eine Milliarde weniger.

    Wie der stern weiter berichtet, brachte Hartz IV eine gewaltige Umverteilung in den kommunalen Haushalten. Während nach Berechnungen des Landkreistages zum Beispiel die Stadt Offenbach am Main pro Einwohner um 192 Euro entlastet wird, muss der um die Stadt gelegene Landkreis pro Einwohner zehn Euro mehr ausgeben. "Die Gewinnerkommunen sind im Westen und in den großen Städten, die Verlierer sitzen im Osten und auf dem Land. Der Bund muss dieser Ungerechtigkeit entgegensteuern", sagte Hans Jörg Duppré, Präsident des Landkreistages, dem stern. Am morgigen Donnerstag beginnen die Revisionsverhandlungen der Kommunen mit dem Bund über die Beteiligung des Bundes an den Wohnkosten für Hartz-IV-Empfänger.

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