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stern-Interview: Germania-Chef Hinrich Bischoff kritisiert Billigflieger

    Hamburg (ots) - Der Chef der Fluggesellschaft Germania, Hinrich Bischoff, hat sich kritisch über den Markt der Billig-Fluglinien geäußert. In seinem ersten größeren Interview sagte der 69-Jährige dem Hamburger Magazin stern, dieses Geschäftsmodell habe auf Dauer keine Chance. "Es geht nun mal nicht ohne Kosten deckende Flugpreise. Was sich bei den Preisen abspielt, ist kaum nachvollziehbar – 29 oder 19 Euro für einen Flug." Die Menschen in diesem Markt seien zum Teil "wirkliche Spinner. Da werden Geschäfte gemacht, die sind in anderen Branchen unmöglich". Zum kürzlich vollzogenen und drei Monate später wieder rückgängig gemachten Einstieg von Bischoff bei der deutschen Linienfluggesellschaft dba sagte er: "Wir bezahlen im Schnitt für eine Crew – Pilot und Copilot – rund 130000 Euro. Dafür fliegen unsere Crews im Schnitt knapp 880 Stunden. Die dba-Crews fliegen nur 560 Stunden und kassieren im Schnitt 263000 Euro. Die dba-Leute kosten also das Doppelte und fliegen fast 40 Prozent weniger." Er habe nach dem Einstieg seine "knallharte" Linie nicht durchsetzen können, um diesen Nachteil abzubauen. Notfalls wären auch Änderungskündigungen und Streiks in Kauf zu nehmen gewesen, sagte Bischoff. "Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende." Folglich sei er wieder ausgestiegen. Er wünsche der dba viel Glück, sei aber skeptisch, ob die dba überleben werde. Das ausführliche Interview erscheint diese Woche auch in "Der Hauptstadtbrief".

Für Rückfragen: stern-Redakteur Jan Boris Wintzenburg, Tel. 040-3703-7240

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