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Merkel will Deutschland mit "Fröhlichkeit" regieren
CDU-Vorsitzende äußert sich erstmals zu möglicher Kanzlerschaft

Hamburg (ots)

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat sich
erstmals zu ihren Plänen im Falle einer Kanzlerschaft geäußert.  Auf
die Frage, wie sie Deutschland regiere, wenn sie davon träume, nannte
sie in einem Interview des Magazins stern Verlässlichkeit und "eine
gewisse Fröhlichkeit". Sie halte es für katastrophal, wenn der
SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sage, dass es mit der Union noch
schlimmer werde, weil das nichts anderes heiße als: "Mit uns ist es
schlimm." Frau Merkel fügte hinzu: "Der Weg, den Deutschland gehen
muss, hat Eigenschaften einer Bergwanderung, es wird auch mal
Muskelkater geben, aber er bringt so viel Weitsicht, so viel schöne
Eindrücke, auch gemeinschaftliche Erlebnisse, dass diese Wanderung
keine Qual  ist, sondern eine wunderbare Erfahrung." Auf die Frage,
ob sie also keine "Blut-Schweiß-und-Tränen-Kanzlerin" werden wolle,
antwortete sie: "Deutschland sollte von einem Kanzler regiert werden,
der die innere Kraft ausstrahlt, dass das, was vor uns liegt, zu
schaffen ist, und dass jeder Bürger den Eindruck hat: Ich kann es
auch schaffen."
Die CDU-Vorsitzende denkt offenbar daran, nach dem Vorbild von
Bundespräsident Horst Köhler auch Seiteneinsteiger in ihre Regierung
zu holen. "Das kann kein Grundprinzip sein", sagte sie dem stern.
"Aber wenn sich Chancen ergeben, ist es schön, wenn man solche
Menschen hat. Ich glaube, sehr viele gibt es davon nicht."
Frau Merkel vermied es, ihren Anspruch auf die Kanzlerkandidatur
ausdrücklich anzumelden, antwortete jedoch auf die Frage, ob der
CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber noch ein ernsthafter Anwärter auf das
Amt sei, lediglich: "Edmund Stoiber ist CSU-Vorsitzender, und zwar
ein sehr guter." Zur Frage, ob sie sich Stoiber als Superminister in
ihrem Kabinett vorstellen könne, sagte sie: "Die Parteivorsitzenden
treffen ihre Entscheidung immer selbstständig."
Einen reinen Reformwahlkampf schloss die CDU-Chefin aus. Das
Werben für Veränderungen müsse begleitet sein "von einer Debatte über
Werte, Wurzeln".  Sie fügte hinzu: "Das reicht vom Gottesbezug in der
EU-Verfassung über die Frage, was Europa ist und ob die Türkei in die
EU gehört, bis hin zu den Fragen des Lebens, der Sterbehilfe und des
Umgangs mit Stammzellen." Die Union wolle deutlich machen, dass es
Grenzen gebe und dass man Wurzeln brauche. "Das hat mit nationaler
Identität zu tun oder, um es mit den Worten des Bundespräsidenten zu
sagen, mit Liebe zum Vaterland."
Für Rückfragen: 
stern-Nachrichtenredaktion,  
Tel: 040/3703 - 3555

Original-Content von: STERN, übermittelt durch news aktuell

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