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Islam-Experte im stern: Bush muss uns nicht erklären, was Demokratie ist

    Hamburg (ots) - Die USA und deren Präsident George W. Bush werden
der arabischen Welt nicht bei der Demokratisierung helfen können.
Diese Ansicht vertritt der ägyptische Religionswissenschaftler Nasr
Abu Zayd in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. "Wir
haben nicht auf einen wie Bush gewartet, der uns erklärt, was
Demokratie ist. Wir islamischen Liberalen arbeiten daran seit dem
Anfang des 19. Jahrhunderts." Die USA nähmen den Islam und dessen
Probleme erst seit der Revolution im Iran wahr. Europa und die
islamische Welt stünden dagegen seit Jahrhunderten miteinander in
Verbindung. Europa aber könne nur helfen wenn es "erst einmal sein
Verhältnis zu den USA" kläre.
    
    Die Araber, so der Professor für Humanistik und
Islamwissenschaften an der Universität Utrecht weiter, lebten seit
den Anschlägen vom 11. September 2001 im Gefühl, der Westen führe
einen Kreuzzug gegen sie, um Rache zu nehmen. Die ganze islamische
Welt, nicht nur die arabische, sehe sich herausgefordert: "Die
Menschen dort glauben, dass der Krieg gegen den Terror in Wahrheit
ein Krieg gegen den Islam ist. Sie leben in einem Klima der Angst.
Und wer sich bedroht fühlt, sucht Schutz. Den bietet in dieser
Situation die Religion." Er habe den  Eindruck, "dass alle Bemühungen
islamischer Reformer wie weggewischt sind". Der Versuch, eine Brücke
zwischen Religion und der Moderne zu bauen, "scheint wenigstens
vorübergehend gescheitert. Wir stehen wieder dort, wo die Liberalen
vor 200 Jahren standen".
    
    
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