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stern: Wirtschaftsminister Müller rückt von Telekom-Chef Sommer ab - Zorn der Anleger "nur zu verständlich"

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    Hamburg (ots) - Als erstes Mitglied der Bundesregierung schließt
Bundeswirtschaftsminister Werner Müller eine Ablösung von
Telekom-Chef Ron Sommer nicht mehr aus. In einem Interview mit dem
Hamburger Magazin stern räumte Müller mit Blick auf den Kurssturz der
T-Aktie ein, dass "zweifelsohne" ein Vertrauensschaden entstanden
sei: "Dass die Anleger heftigst enttäuscht sind, ist Tatsache." Der
auf der Hauptversammlung geäußerte Zorn der Kleinanleger sei "nur zu
verständlich".  Dort sei aber auch deutlich geworden, "dass nicht die
Bundesregierung für den Kursrückgang verantwortlich ist". Zu einer
möglichen Ablösung Sommers sagte Müller: "Das ist Sache des
Aufsichtsrates. Und wenn solche Überlegungen anstehen, wäre der
Aufsichtsrat bescheuert, darüber öffentlich zu spekulieren." Die
Bundesregierung sei im Aufsichtsrat seit Jahren nur mit einem
Mitglied vertreten.
    
    Müller, der nach dem Willen von Kanzler Schröder auch nach der
Wahl im Kabinett bleiben soll, hält einen weiteren Anstieg der
Krankenkassenbeiträge für unausweichlich: "Die Kosten des
Gesundheitssystems steigen und müssen von immer weniger Menschen
finanziert werden." Wenn man die Ineffizienzen im Gesundheitssystem
bekämpfe, sei es vielleicht möglich, die Krankenkassenbeiträge für
zwei, drei, vier Jahre in etwa stabil zu halten, "aber dann werden
sie steigen". Der Wirtschaftsminister forderte, in einen offenen
Dialog mit den Bürgern zu treten und sie zu fragen: "Wieso soll der
Prozentsatz für Gesundheit eingefroren werden, wenn die
Heilungschancen immer größer werden?"
    
    Im Gegensatz zur Wahlkampfstrategie der Sozialdemokraten bekannte
sich der parteilose Minister zu einer Senkung der Staatsquote: "Die
Staatsquote zu senken ist grundsätzlich richtig." Das 40-Prozent-Ziel
von CDU/CSU könne aber "nur sehr, sehr langfristig erreicht werden".
Müller lehnte eine Rückkehr zur alten 630-Mark-Nebenjob-Regelung ab,
forderte aber die Regelung unbürokratischer zu machen und die Grenze
von 325 Euro zu erhöhen.
    
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