Das könnte Sie auch interessieren:

Kraftvolle Kooperation: Fitness-Magazin SHAPE launcht "Sophia Thiel Magazin" / Ab 9. Januar 2019 im Handel

München (ots) - Sie war die erste Influencerin auf der Titelseite von SHAPE. Jetzt wachsen die starken Marken ...

Was die PR-Elite besser macht als der Durchschnitt: Exzellenz in der Unternehmenskommunikation

Hamburg (ots) - Was unterscheidet einen durchschnittlichen von einem herausragenden Kommunikationsprofi? Vier ...

"Die Geissens" werden in den Adelsstand gehoben

München (ots) - "Die Geissens" zwischen Obertauern und Paris - Neue Doppelfolge über Deutschlands wohl ...

20.03.2002 – 08:45

Gruner+Jahr, STERN

"Irgendwann wird der Gewalt die Puste ausgehen" - stern-Interview mit dem israelischen Autor Joshua Sobol

"Irgendwann wird der Gewalt die Puste ausgehen" - stern-Interview mit
dem israelischen Autor Joshua Sobol
  • Bild-Infos
  • Download

      - Querverweis: Bild ist abrufbar unter:        
         http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs    

    Hamburg (ots)

Der  in Deutschland durch seine KZ-Revue "Ghetto" bekannt gewordene israelische Dramatiker Joshua  Sobol sieht Anzeichen dafür,  dass die Gewalt in Palästina ein Ende findet. "Beide Seiten sind erschöpft.  Sieht man ab von ein paar Fanatikern, findet niemand den entsetzlichen Reigen von Leichenprozessionen erhebend. Und ein jeder weiß: Sie können nicht gewinnen, wir können nicht gewinnen, wir können allesamt nur entsetzlich viel verlieren", sagte der in Israel umstrittene Autor in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. So wie die Pest in Europa irgendwann aufhörte, werde "irgendwann der Gewalt die Puste ausgehen".

    Israels Ministerpräsident Sharon und  Palästinenserpräsident Arafat bräuchten einander, um politisch zu überleben: "Wo wäre Sharon ohne Arafat? Im Niemandsland. Und Arafat ohne Sharon? Längst weg. Jeder weiß, was er dem anderen verdankt." Arafat sei ein Heuchler, "der auf Englisch "peace" und auf Arabisch "Dschihad" sagt". Eine Politik der nackten Gewalt mache die Israelis "zur Karikatur unserer Todfeinde". Dass Juden die Opfer des Holocaust gewesen seien, verleihe ihnen noch keinen moralischen Wert.  Opfer zu sein sei kein Verdienst. Das gelte auch für die Palästinenser, "die uns diese Opfer-Strategie gründlich abgeguckt haben", sagte Sobol.

    Was ihn seit dem 11. September beunruhige, sei "die große Zahl von Menschen, die einen totalen Krieg der Zivilisationen will". Islamische Extremisten sehnten sich nach einer Apokalypse und auch sämtliche jüdische Fanatiker träumten vom finalern Showdown, "weil sie alle davon überzeugt sind, dass Gott dann endlich zeigt, in welchem Team er mitspielt. Diese Sehnsucht nach dem göttlichen Endspiel finde ich grausig", sagte der wegen seiner kritischen Haltung zu Israel und Judentum in seinem Land oft boykottierte und angegriffene Dramatiker im Gespräch mit dem stern.

    Diese Meldung ist unter Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.


ots Originaltext: stern
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Für Rückfragen: stern-Nachrichtenredaktion, Tel. 040/3703-3558

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von Gruner+Jahr, STERN
  • Druckversion
  • PDF-Version

Themen in dieser Meldung