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13.03.2002 – 08:00

Gruner+Jahr, STERN

stern: Sanierungspläne für Bankgesellschaft Berlin unzureichend

stern: Sanierungspläne für Bankgesellschaft Berlin unzureichend
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    Berlin/Hamburg (ots)

Das Sanierungskonzept für die wirtschaftlich schwer angeschlagene Bankgesellschaft Berlin (BGB) ist auch innerhalb des Geldhauses umstritten. "Damit ist ein ordnungsgemäßer Geschäftsbetrieb in keinster Weise wiederherstellbar", sagte ein hochrangiger BGB-Manager dem Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe.

    Schon in seiner Gewinn-Hochrechnung für das Geschäftsjahr 2001 (erstellt per 18. Januar 2002) war der Sanierungsplan, der dem stern vorliegt, offenkundig zu optimistisch. Entgegen der in dem Papier anvisierten 64 Millionen Euro Gewinn meldete die Bank vergangenen Freitag nur noch ein voraussichtlich "ausgeglichenes Ergebnis" für diesen Berichtszeitraum. Laut Sanierungskonzept, das die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) im Auftrag der BGB erstellt hat, wäre ohne die vom Land Berlin bereits geleistete Finanzhilfe von rund 1,7 Milliarden Euro ein Verlust von 468 Millionen Euro angefallen.

    Diverse Risiken blieben Insidern zufolge im Sanierungsplan weiterhin unberücksichtigt. So stünden die mehr als 100 kleineren Beteiligungen des BGB-Konzerns immer noch mit überhöhten Werten in den Büchern. Ferner drohe enormer Wertberichtigungsbedarf im Kreditgeschäft. Nach stern-Recherchen bezeichnete bereits Mitte vergangenen Jahres die Unternehmensberatung Consart rund 14 der etwa 33 Milliarden Euro Immobilien-Kreditvolumen der Bank als "risikobehaftet".

    Geplante Maßnahmen zur Konzentration auf das Privatkundengeschäft nennen Insider untauglich. So sei kaum erkennbar, wie dieser überwiegend defizitäre Geschäftsbereich "im schwächsten urbanen Bankmarkt Deutschlands" profitabel werden könne. Gebührenerhöhungen im Rahmen der von BCG vorgeschlagenen "neuen Pricing-Modelle" schloss die Bank auf Anfrage nicht aus.

    Der Sanierungsplan wurde EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti als Entscheidungsgrundlage zur Prüfung von Landesbeihilfen an das Berliner Geldinstitut vorgelegt. Das Plazet erhalte der Senat jedoch nur, wenn der Plan eine Gesundung des Unternehmens zur Folge habe. Im übrigen könne eine Beihilfe in aller Regel nur einmal genehmigt werden, so ein Sprecher des EU-Wettbewerbskommissars gegenüber dem stern.

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ots Originaltext: stern
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Für Rückfragen: Frank Donovitz, stern-Redaktion, Tel.: 040-3703-3774.

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