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Sigmar Gabriel im stern: Die SPD ist abgehoben, unmodern und überaltert

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    Hamburg (ots) - Der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar
Gabriel (SPD) hat den Sozialdemokraten wenige Tage vor deren
Parteitag in Nürnberg vorgehalten, zu alt, unmodern und abgehoben zu
sein. In einem Beitrag für das Hamburger Magazin stern schreibt
Gabriel, die SPD habe eine viel zu schmale Sozialstruktur: "Zu wenig
Jüngere, zu wenig Frauen, zu wenig Selbstständige, zu wenig
Ingenieure und Wissenschaftler, zu wenig Facharbeiter und ... zu
wenig wirklich in der SPD aktive Betriebsräte." Viele der Kommunal-
oder Landespolitiker lebten inzwischen in Wohngegenden fernab von
hohem Ausländeranteil, hoher Arbeitslosigkeit und
Alltagskriminalität.  Sie verstünden die Sorgen der Menschen dort
nicht mehr. "Mit gesicherten Jobs...lässt sich über Toleranz gut
reden", so Gabriel. Der SPD-Politiker weiter: "Die SPD ist eine zu
stark vom Milieu des öffentlichen Dienstes getragene Partei" und
müsse sich "um es zuzuspitzen, zu einem Dienstleistungsunternehmen
mit dem Markenzeichen "SPD"' wandeln.
    
    Von den Genossen forderte er, wieder mehr zu werden "als ein
Zusammenschluss von exzellenten Technikern der Politik". Die SPD sei
immer dann langfristig erfolgreich gewesen, "wenn sie zugleich
emotionale Bezugsgrößen hatte". Die Mehrheit suche diese
Emotionalität auch heute noch. Es gebe "diese Sehnsucht nach einer
Politik, die Sicherheit im Wandel - nicht vor dem Wandel - bietet:
Innere, äußere, aber eben auch soziale Sicherheit".
    
    In dem stern-Beitrag schreibt Gabriel ferner, die Menschen wollten
Politik handfest und nicht ohnmächtig erleben. Sie wollten Politik
auch als Wagnis empfinden, als glaubhaftes Ringen um den besten Weg.
"Auf dieses Wagnis müssen wir uns einlassen. Wir müssen nicht nur
geschlossen, sondern vor allem auch aufgeschlossen sein." Die SPD
brauche nicht mehr Gesetze, Moralkodexe oder Parteikommissionen als
Sicherheitsnetz für die, die an der Macht sitzen. "Was wir brauchen,
ist der Mut der Politikerinnen und Politiker, mehr Politik zu wagen."
    
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