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stern-Umfrage: 71 Prozent der Dresdner sehen "Pegida" als größtes Problem ihrer Stadt

Hamburg (ots) - Nur drei Prozent der Dresdner - hochgerechnet also 13 000 von rund 430 000 Wahlberechtigten der sächsischen Landeshauptstadt - haben nach eigenen Angaben schon einmal an einer "Pegida"-Demonstration teilgenommen. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Hamburger Magazins stern in Dresden können sich weitere 8 Prozent unter Umständen vorstellen, vielleicht einmal bei "Pegida" mit zu demonstrieren. 89 Prozent der Dresdner lehnen eine Teilnahme aber ab.

Für eine Mehrheit von 71 Prozent der Dresdner sind die "Pegida"-Demonstrationen das derzeit größte Problem der Stadt - weit vor Verkehrsproblemen (16 Prozent) oder der lokalen Politik (13 Prozent). Dass die "Pegida"-Aktivitäten dem Ansehen der Stadt schaden, meinen 79 Prozent - darunter vor allem die Jüngeren bis zum Alter von 45 Jahren.

Während bundesweit 75 Prozent mit dem demokratischen System zufrieden sind, sind es in Dresden 69 Prozent - in Ostdeutschland insgesamt mit 61 Prozent noch weniger. Unzufriedenheit mit dem System äußern dabei 28 Prozent der Dresdner, darunter 66 Prozent der AfD-Anhänger. Zufrieden mit der Politik, so wie sie stattfindet, sind bundesweit 62 Prozent, aber nur 33 Prozent der Befragten in Dresden - und darunter wiederum nur ein Prozent der AfD-Sympathisanten.

Dass der Islam zu Deutschland gehört, meinen nur 38 Prozent der befragten Dresdner - während es bundesweit 56 Prozent sind. Die 18- bis 29-jährigen (60 Prozent) und die 30- bis 44-jährigen Dresdner (50 Prozent) stehen dabei eher im Einklang mit dem bundesweiten Durchschnitt. Drei Viertel der Dresdner (75 Prozent) sind aber nicht der Meinung, dass man gegen den Einfluss des Islam auf das Leben in Deutschland protestieren muss.

Nur eine Minderheit von 18 Prozent der Befragten in Dresden glaubt, dass die meisten Bewohner der Stadt "Pegida" unterstützen - darunter allerdings 75 Prozent der AfD-Anhänger. Die große Mehrheit der Dresdner (71 Prozent) ist nicht dieser Auffassung.

39 Prozent der Dresdner sind der Ansicht, dass die "Pegida"-Protestierer für die breite Mitte der Gesellschaft stehen (Deutschland insgesamt: 26 Prozent), für 46 Prozent der Landeshauptstädter gelten sie jedoch als Minderheit am rechten Rand des politischen Spektrums (Deutschland insgesamt: 64 Prozent). "Die, die an solchen Aufmärschen teilnehmen oder teilgenommen haben, sind eindeutig anfällig für Fremdenhass und rechtsradikales Gedankengut", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner, "das belegen sämtliche Zahlen unserer Erhebung."

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte vom 28. Januar bis 2. Februar 2015 im Auftrag des Magazins stern 1016 repräsentativ ausgesuchte wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dresden, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

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stern-Redakteur Werner Mathes,
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