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stern: Widerstand in der Union gegen Angela Merkel formiert sich

stern:  Widerstand in der Union gegen Angela Merkel formiert sich

    Hamburg (ots) - Der Druck auf die CDU-Vorsitzende Angela Merkel wächst, dem CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber die Kanzlerkandidatur der Uninsparteien bei der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres zu überlassen.

    Nach Informationen des Hamburger Magazins stern will der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Horst Seehofer zusammen mit führenden CSU-Politikern nach der Berlin-Wahl am 21. Oktober eine vorzeitige Entscheidung erzwingen.  Seehofer begründete dem Hamburger Magazin seinen geplanten Vorstoß für Stoiber mit dem Satz: "Sicherheit und Wirtschaft werden im Wahlkampf eine Rolle spielen. Themen und Kandidat müssen zusammenpassen. Kandidat muss werden, wer die größten Erfolgsaussichten hat."

    Seehofer, der nach eigenen Worten für eine Gruppe "Mut und Zuversicht" in der CSU spricht, erwartet bei der Berlin-Wahl erneut eine Niederlage der CDU. Danach will die Gruppe bei Stoiber die Zustimmung zu seiner Kanzlerkandidatur einfordern, die Merkel dann auf dem CDU-Bundesparteitag im Dezember verkünden soll. Merkel soll für diesen Plan mit der Zusicherung gewonnen werden, dass sie über das Jahr 2002 hinaus CDU-Vorsitzende bleiben darf.

    Auch bei den CDU-Abgeordneten in der Berliner Unions-Fraktion wächst der Widerstand gegen eine  Kanzlerkandidatur Merkels. Für den CDU-Abgeordneten Peter Altmeier ist "unvorstellbar, wie die CDU unter Merkel gegen den souverän agierenden Präsidialkanzler Schröder ins Geschäft kommen kann". Der CDU-Politiker Friedhelm Ost sagt über Merkel: "Sie hat schlicht kein Profil." CDU-Abgeordnete vor allem aus Baden-Württemberg und NRW wollen daher Merkel vor dem CDU-Bundesparteitag auffordern, den Weg für Stoiber frei zu machen.

    Parallel dazu gewinnt nach stern-Informationen in der CDU der Gedanke an Boden, Ex-Parteichef Wolfgang Schäuble als Kandidat für den Fall aufzustellen, dass Stoiber nicht antreten will. "Er läßt sich rufen in einer schwierigen Situation, das hat er schon in Berlin bewiesen", sagen die Befürworter einer Schäuble-Kandidatur.

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