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Der Henri Nannen Preis 2014 für das publizistische Lebenswerk geht an Alfred Grosser

Hamburg (ots) - Die Auszeichnung wird am 16. Mai 2014 auf Kampnagel in Hamburg verliehen

Das Verlagshaus Gruner + Jahr und der stern zeichnen den französischen Politologen und Publizisten Alfred Grosser mit dem Henri Nannen Preis 2014 für sein publizistisches Lebenswerk aus.

Der am 1. Februar 1925 in Frankfurt am Main geborene Alfred Grosser emigrierte mit seiner Familie im Alter von acht Jahren nach Frankreich. Aufgrund des Judenboykotts ging der Vater 1933 mit seiner Frau und den beiden Kindern nach St. Germain bei Paris. Grossers Vater starb bald darauf. 1937 wurde Alfred Grosser gemeinsam mit seiner Mutter Lily und seiner Schwester Margarete französischer Staatsbürger. Den deutschen Besatzern entkamen Mutter und Sohn nur knapp, die Schwester starb an den Folgen der Flucht nach Südfrankreich. 1947 brach Grosser auf, um als Franzose das zerstörte Deutschland zu besuchen. Für französische Zeitungen und Zeitschriften berichtete er über die Lage seines Geburtslandes. Grosser studierte Germanistik und Politikwissenschaften in Aix-en-Provence und Paris. 1951 begann er als Assistent für Germanistik an der Sorbonne in Paris und wechselte 1953 als Lehrbeauftragter ans Institut d'études politiques. Bereits drei Jahre später wurde Grosser dort und an der Fondation Nationale des Sciences Politique in Paris als Professor tätig. Es folgten Gastprofessuren an den Universitäten Stanford (USA), Johns Hopkins (USA), Peking, Tokio und Singapur. Ein Leben lang schrieb er für französische Zeitungen, für katholische Blätter, ebenso wie für "Le Monde", und veröffentlichte mehr als 30 Bücher.

Alfred Grosser engagiert sich in großem Umfang für die deutsch-französische Verständigung. Er war quasi ihr Gesicht im deutschen Fernsehen, vor allem als Dauergast in der sonntäglichen Sendung "Internationaler Frühschoppen". Grosser ist Prof. em. am Institut d'études politiques in Paris und Präsident des CIRAC (Centre d'information et de recherche sur l'Allemagne contemporaire).

Ausgezeichnet wurde Grosser unter anderem mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels, dem Humanismus-Preis der Altphilologen, dem großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, dem Großkreuz des Ordre national du Mérite, zudem ernannte man ihn zum Grand Officier de la Légion d'Honneur. Alfred Grosser lebt in Paris.

stern-Chefredakteur Dominik Wichmann: "In den Medien hat mit Sicherheit niemand anders so großen Anteil an der Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland wie Alfred Grosser. Wenn ein Krieg zwischen beiden Ländern bei allen Differenzen heute so unwahrscheinlich erscheint, dann deshalb, weil Menschen wie er dafür eingetreten sind. Kein Publizist hat sein Leben wohl mehr in den Dienst dieser Aufgabe gestellt als Alfred Grosser. Den Deutschen Frankreich näher zu bringen und den Franzosen Deutschland: Das war und ist seine Lebensaufgabe, als Professor und Hochschullehrer, als Autor zahlreicher Bücher, als Verfasser unzähliger Artikel in deutschen und französischen Zeitungen, als Debatten- und Festtagsredner. Und nie lässt sich Grosser dabei von irgendwem einspannen. Er ist stets Politologe und Publizist, der sein Publikum charmant zu provozieren versucht. Es geht ihm immer darum, Verständnis für den jeweils anderen zu wecken. Grosser verlangt Respekt für Menschen, die anders denken, anders aussehen, anders handeln als man selbst.

Für dieses lebenslange Engagement, sein Schreiben und Reden für die Verständigung erhält Alfred Grosser den Henri Nannen Preis 2014 für sein Lebenswerk."

Gruner + Jahr und sein Magazin stern vergeben den "Henri" in diesem Jahr zum zehnten Mal. Neben dem herausragenden Einsatz für die Pressefreiheit und einem Lebenswerk werden die besten journalistischen Arbeiten ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr in deutschsprachigen Print- und Onlinemedien erschienen sind. Um den "Henri 2014" bewarben sich Journalisten mit 912 Arbeiten (in den Kategorien Reportage, Investigation, Dokumentation, Essay, Fotoreportage und für den Sonderpreis). Der Preis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert.

Jedes Jahr erscheinen alle nominierten Arbeiten in einem Hardcover-Buch. Dieses Jahr gibt es zusätzlich erstmalig ein eBook, das in allen gängigen Shops erhältlich ist.

Die Preisverleihung findet am 16. Mai 2014 auf Kampnagel in Hamburg statt. Weitere Informationen über den Henri Nannen Preis finden Sie unter www.henri-nannen-preis.de

Pressekontakt:

Franziska Kipper
Kommunikation Henri Nannen Preis
Gruner + Jahr AG
Telefon: +49 (0) 40 37 03 3155
E-Mail: kipper.franziska@stern.de

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