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"Modernstes Einwanderungsrecht in Europa installieren" - Prof. Münz, Mitglied der Süssmuth-Kommission, fordert im stern Daueraufenthaltsrecht für Zuwanderer

    Hamburg (ots) - Nach Vorlage des Abschlussberichts der Süssmuth-Kommission am 4. Juli bietet sich nach Meinung von Professor Rainer Münz, Mitglied in der Zuwanderungskommission der Bundesregierung, die Chance, "das modernste Einwanderungsrecht in Europa zu installieren". "Dieser Vorsprung könnte auch im Wettbewerb um die Hochqualifizierten enorm hilfreich sein", sagte der Bevölkerungswissenschaftler an der Berliner Humboldt-Universität in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern, das in der kommenden Ausgabe am Mittwoch erscheint.

    Favorisiert wird offenbar ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild. "Das ist das Beste, um Qualifizierte und Hochqualifizierte ins Land zu holen. Wir wollen Menschen, die Bildungsabschlüsse haben, die mit unserem Arbeitsmarkt kompatibel sind", sagte Münz. Aus Konkurrenzgründen gegenüber USA und Kanada müssten die Angebote in Deutschland "genauso attraktiv" sein. Den Bewerbern müsse Planungsicherheit geboten werden. "Das heißt: Daueraufenthalt", forderte Münz im stern. Bei schweren Verstößen, "etwa durch Kriminalität", solle der Status auch wieder entzogen werden können. Deutschland, so Münz, biete im Vergleich zu den USA oder Großbritannien "Standortvorteile, die man offensiver vermarkten" müsse. "Wir brauchen eine zentrale Behörde, die sowohl Aufenthalts- als auch Arbeitserlaubnis koordiniert", sagte Münz. Nach Meinung von Münz hat sich das Punktesystem in klassischen Einwanderungsländern bewährt. "Auch die Süssmuth-Kommission kann nicht zu ganz anderen Einschätzungen kommen", sagte Münz im stern-Gespräch.

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