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"Ich kann die Beschwerden der Fans verstehen" - Mayer-Vorfelder hat sich entschuldigt
stern-Interview mit Bayern-Präsident Franz Beckenbauer in der kommenden Ausgabe

    Hamburg (ots) -  DFB-Vizepräsident Franz Beckenbauer zeigt
Verständnis für den wachsenden Protest der Fans über den
zerstückelten Bundesliga-Spieltag. "Vielleicht sollte man in Zukunft
auf den Freitag verzichten und nur noch samstags und sonntags
spielen", sagte Beckenbauer in einem Interview mit dem Hamburger
Magazin stern. Das Pay-TV könne nicht sagen: "Wir zahlen, also liegt
aller Einfluss bei uns." Das würde, so Beckenbauer weiter, "dem
Fußball schaden". Fernsehen bringe zwar immer mehr Geld ein, "aber
die Clubs müssen aufpassen, dass auf der anderen Seite nicht Geld
durch Fans, Zuschauer und durch verprellte Sponsoren verloren geht".
    
    Trotz gut gefüllter Kasse bleibt die Verpflichtung eines
Superstars wie Figo oder Rivaldo nach Meinung des Bayern-Präsidenten
für den Münchner Club ein Wunschtraum: "Wenn wir einen Figo bekommen
könnten ... Aber den kriegst du nicht, das ist illusorisch. Oder
einen Rivaldo oder einen Batistuta." Es liege nicht nur am Geld. "Die
Bundesliga ist für solche Spieler nicht attraktiv genug, sie hat an
Stellenwert verloren."
    
    Zu den kritischen Äußerungen des künftigen DFB-Präsidenten
Mayer-Vorfelder in einen stern-Interview ("Der Franz sagt was, denkt
nicht groß darüber nach, und das steht dann da") sagte Beckenbauer:
"Mein erster Eindruck war: Was will er denn? Will er Ärger mit mir
haben?" DFB-Pressesprecher Wolfgang Niersbach und Mayer-Vorfelder
hätten sich inzwischen telefonisch bei ihm entschuldigt. "MV hat mir
erklärt, er habe das alles nicht so gemeint. Er bedaure das. Damit
ist die Sache für mich abgehakt", sagte Beckenbauer.
    
    Beckenbauer räumte im stern-Interview ein, dass von dem DFB und
auch von ihm im Fall Daum Fehler gemacht wurden: "Da waren wir zu
oberflächlich. Den Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen." Daum habe
sich, kurz bevor er in die Türkei ging, bei ihm in Kitzbühel
gemeldet. "Ich habe ihn zu mir nach Hause eingeladen." Der ehemalige
Leverkusener Trainer, so Beckenbauer, "hatte das Bedürfnis, jemandem
mal mitzuteilen, wie sich die ganze Sache zugetragen hat".
    
    Angesprochen darauf, dass sein Lob für des Kanzlers Hilfe bei der
erfolgreichen WM-Bewerbung das Missfallen seines Verwaltungsrates,
des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber erregt haben
könnte, meinte der Kaiser scherzhaft: "Redeverbot habe ich noch
nicht. Aber vielleicht sollte ich mich etwas zurückhalten." Das
vergaß er aber gleich wieder, als er sich im stern-Gespräch zu den
möglichen Kanzlerkandidaten der Union, Angela Merkel oder Edmund
Stoiber, äußerte: "Edmund Stoiber ist der ideale Kanzlerkandidat der
CDU/CSU, das ist keine Frage."
    
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